Findet den Weg, um über euch selbst zu lachen und bleibt bei eurer Herde!

Papst Franziskus empfängt neuen Bischöfe und lädt sie ein, nicht Flughafenbischöfe zu werden

Rom, (ZENIT.org) Antonio Gaspari | 424 klicks

„Weidet die Herde Christi, die euch befohlen ist, und sehet wohl zu, nicht gezwungen, sondern willig; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; nicht als übers Volk herrschen, sondern werdet Vorbilder der Herde (1 Petrus 5,2). „Diese Worte des heiligen Petrus sollen im Herzen treffen!“ Mit diesen Worten empfang Papst Franziskus gestern Mittag um 12:00 die neuen Bischöfe in der Sala Clementina des Apostolischen Palastes im Vatikan. Anschließend fügte er einen Satz von Johannes hinzu. „Wir sind zu Hirten ernannt, um zu schützen, nicht zu Hirten von uns selbst, sondern vom Herrn und nicht, um uns selbst zu dienen, sondern der Herde, die uns anvertraut worden ist, ihr zu dienen, bis dass wir unser Leben wie Christus, dem guten Hirten, für sie geben.“

Er erklärte, Hirte zu sein bedeute, „die Herde jeden Tag aufs Neue zu pflegen, sie mit Großmut zu empfangen, mit der Herde gehen, bei der Hirte bleiben.“ Er präzisierte, mit Großmut zu empfangen bedeute, „dass all diejenigen, die an eure Tür klopfen, diese offen vorfinden, so dass sie mit eurer Güte, eurer Disponibilität, die Vaterschaft Gottes erfahren können und verstehen, dass die Kirche eine gute Mutter ist, die immer aufnimmt und liebt.“ Hingegen mit der Herde mitgehen bedeute, so fügte er hinzu, „sich mit den Gläubigen auf den Weg zu machen, aber auch mit allen anderen, die sich an euch wenden, mit ihnen Freude und Hoffnung, Schwierigkeiten und Leiden, zu teilen, wie Brüder und Freunde, aber noch wie Väter, die in der Lage sind, zuzuhören, zu verstehen, zu helfen und zu leiten.“

Diesbezüglich lud er dazu ein, Priester zu empfangen und mit ihnen zu sprechen, da sie „der Nächste des Bischofs“ seien, unersetzliche Mitarbeiter, „um die man sich wie Väter, Brüder und Freunde kümmert.“ Er sagte, viele Priester hätten ihm erzählt, sie hätten über Monate versucht, den Bischof zu erreichen, aber sein Sekretär habe immer wieder gesagt, er habe keine Zeit, sie zu empfangen. Er erklärte den Bischöfen, dass dies nicht das Verhalten eines Vaters sei, sondern das eines Bürovorstehers, und lud sie ein, den Priestern noch am gleichen Tag, allerspätestens am Tag darauf, einen Termin zu geben.

Der Pontifex unterstrich die Bedeutung des Hirten für die Herde, die Präsenz der Diözese, die nicht zweitrangig sei und unerlässlich sei. „Die Präsenz fordert das Volk selbst, das den eigenen Bischof neben sich gehend sehen will. Dies braucht es, um zu leben und um zu atmen! Verschließt euch nicht! Geht in die Mitte der Gläubigen, auch in den Peripherien, wo Leiden, Einsamkeit und menschlicher Verfall vorherrschen.“

Anschließend er klärte der Bischof von Rom, dass „der Dienst an der Herde einer von Bescheidenheit, Schlichtheit und Einfachheit sein muss.“ Er bat: „Bitte seid keine Männer der ‚Psychologie der Prinzipien‘, und seid vorsichtig, nicht dem Geist des Karrierestrebens zu verfallen! Das ist ein Geschwür!“

Diesbezüglich sagte der Papst, es sei fundamental, „bei der Herde“ zu bleiben, ohne nach Veränderung zu suchen. „Ich bitte euch, in der Mitte eurer Gemeinde zu bleiben… Vermeidet den Skandal, ‚Flughafenbischöfe‘ zu sein!“ Er lud die Bischöfe dazu ein, aufnehmende Hirten zu sein, „die gemeinsam mit ihrer Gemeinde gehen, mit Zuneigung, mit Barmherzigkeit, mit Zärtlichkeit im Benehmen und väterlicher Standhaftigkeit, mit Bescheidenheit und Diskretion, in der Lage auch die eigenen Grenzen zu erkennen und eine große Dosis Humor zu besitzen.“

Abschließend lud er die Bischöfe ein, um Gnade zu bitten: „Herr, gib mir Sinn für Humor. Den Weg zu finden, um über mich selbst und ein bisschen über die Dinge lachen zu können. Und bleibt bei eurer Herde!“