Finnische ökumenische Delegation bei Papst Benedikt XVI.

Für ein gemeinsames Zeugnis ist Übereinstimmung in anthropologischen Fragen nötig

| 782 klicks

ROM, 19. Januar 2012 (ZENIT.org). – Am heutigen Vormittag hat Papst Benedikt XVI. eine ökumenische Delegation der lutherischen Kirche in Finnland in Audienz empfangen.

Nach der Begrüßung der Bischöfe Sippo und Häkkinen sprach er das heutige Fest des hl. Henrik an, des Patrons von Finnland, der ein herausragendes Beispiel der Treue zum Evangelium und zu Christus gewesen sei.

Der Papst begrüßte die zunehmende Gemeinschaft zwischen den christlichen Denominationen in Finnland, besonders zwischen Katholiken und Lutheranern, und forderte als Grundlage für einen Ausgleich der verbleibenden Unterschiede die tiefe Freundschaft mit Christus und das gemeinsame Zeugnis, gerade auch in ethischen Fragen, vor einer säkularisierten Welt.

„Christen müssen mit ihrem Leben und ihrem Wirken Christus nachahmen“, so der Papst.

Gerade die ethischen Fragen seien  in jüngster Zeit Aspekte der Trennung geworden und es bedürfe der Übereinstimmung  in der Anthropologie, um der Gesellschaft bei Fragen des menschlichen Lebens, der Familie und der Sexualität zu helfen.

Im Hinblick auf die Gebetswoche für die Einheit der Christen erwähnte er die Geduld, die nötig sei, bis eine sichtbare Einheit der christlichen Kirchen wiederhergestellt sein wird. „Solch geduldiges Warten, in hoffnungsvollem Gebet, verwandelt uns und bereitet uns für die sichtbare Einheit vor, nicht, wie wir sie planen, sondern, wie sie Gott schenken will.“

Schließlich gab er seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Besuch der Delegation in Rom, die brüderliche Verständigung vertiefen möge, die die Lutheraner und Katholiken in Finnland vereine. „Lasst uns alle Gott für alle bisherigen Gnaden danken und darum bitten, dass er uns mit dem Geist der Wahrheit erfülle, um uns zu immer größerer Liebe und Einheit zu führen.“ [jb]