Fliehen wir vor der Sünde ohne zurückzuschauen, wir müssen stark in der Schwäche sein

In der heutigen Messe in Santa Marta unterstrich Papst Franziskus, ein jeder Christ sei dazu aufgerufen, mutig mit seinen Schwächen umzugehen

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 394 klicks

Es sei wichtig zuzugeben, dass wir schwach seien und aus diesem Grund vor der Sünde fliehen müssten, ohne zurückzuschauen. Wir reagierten langsam, schauten zurück, hätten Angst, uns an den Herrn zu wenden, an die Gnade des Heiligen Geistes. An der Messe, die der Papst gemeinsam mit Kardinal Manuel Monteiro de Castro und Msgr. Beniamino Stella zelebrierte, nahmen einige Priester und Mitarbeiter des Apostolischen Strafgerichts und eine Gruppe der Päpstlichen Kirchenakademie teil.  

Der Papst nahm die heutigen Lesungen zum Anlass, um über vier Verhaltensweisen zu sprechen, die in schwierigen Situationen auftreten würden. Die erste sei die Langsamkeit Lots. Er sei entschlossen gewesen, so der Papst, die Stadt zu verlassen, bevor sie zerstört werde, jedoch geschehe dies ganz langsam. Der Engel sage ihm, zu fliehen, aber in Lot sei die Unfähigkeit, sich vom Schlechten, von der Sünde zu lösen. Der Pontifex führte fort, wir seien entschlossen, zu gehen, uns vom Schlechten zu lösen, doch es gäbe etwas in uns, das uns zurück hielte. Und so beginne Lot, mit dem Engel zu verhandeln:

„Es ist schwer, mit einer sündigen Situation abzuschließen.  Aber die Stimme Gottes sagt uns: ‚Fliehe! Du kannst dort nicht kämpfen, denn das Feuer und der Schwefel bringen dich um! Fliehe‘!  Die heilige Teresina hat uns gelehrt, dass wir uns nicht schämen müssten zu fliehen, zu erkennen, dass wir schwach sind. Wie es im Volksmund ironisch heißt: ‚Ein Soldat der flieht, nützt einem anderen Krieg‘. Fliehen, um auf dem Weg Jesu weiterzugehen.“

Der Engel sage uns, nicht zurück zu schauen, zu fliehen und nach vorne zu schauen. Dies sei ein Ratschlag, die „Sehnsucht nach der Sünde“ zu besiegen. Denke man an das Volk Gottes in der Wüste, stelle man fest, dass sie alles hätten und sich doch nach Ägypten zurück sehen würden, dabei aber vergäßen, dass sie dort unter der Sklaverei litten. Der Rat des Engels sei weise, so der Pontifex, nicht zurück zu schauen, sondern nur nach vorne.

„Vor der Sünde, ohne Sehnsucht danach zu verspüren, zu fliehen. Neugier, die zweite Verhaltensweise, schadet hier! ‚Aber in dieser sündigen Welt, wie könnte man es anstellen? Wie ist wohl diese Sünde? Ich würde es gerne wissen. ‘ Nein! Die Neugier wird dir schaden! Davor fliehen und nicht zurückschauen! Wir sind alle schwach und müssen uns verteidigen. Die dritte ist die Angst. Als es ein Unwetter gibt, ist das Boot unter Wellen verdeckt. ‚Rette uns, Herr, wir sind verloren!‘ sagen sie. Auch die Angst ist eine Versuchung des Teufels: Angst zu haben, auf dem Weg des Herrn weiterzugehen.“

Es gebe immer die Versuchung, dort zu bleiben, wo man sei, so der Papst weiter. Man habe immer Angst davor, vorwärts zu gehen, wo der Herr einen hinführe. Jesus habe oft gesagt, keine Angst zu haben, die Angst helfe nicht. Die vierte Verhaltensweise sei, um die Gnade Gottes zu bitten. Vor der Sünde, vor der Angst, müssten wir uns an den Herrn wenden:

„Denn Herrn schauen, ihn erfassen. Das erstaunt uns. ‚Herr, ich bin versucht, in dieser sündigen Situation zu bleiben; Herr, ich bin neugierig, diese Dinge kennenzulernen; Herr, ich habe Angst‘. Und sie haben den Herrn angeschaut und gesagt: ‚Rette uns Herr, wir sind verloren! ‘ Und es gibt eine neue Begegnung mit Christus. Wir sind weder einfältige noch halbherzige Christen, wir sind tapfer und mutig. Wir sind schwach, aber wir müssen in unserer Schwäche mutig sein. Und oft muss sich unser Mut in einer Flucht ausdrücken und darin, nicht zurückzuschauen, um nicht in diese unerfreuliche Sehnsucht zu verfallen. Keine Angst zu haben und immer den Herrn schauen!“