Flucht und Migration

Deutsche Bischofskonferenz verleiht Katholischen Medienpreis 2012

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MAINZ, 27. November 2012 (ZENIT.org/PM DBK). - Während eines Festaktes im LVR-Landesmuseum in Bonn hat die Deutsche Bischofskonferenz heute zum zehnten Mal den Katholischen Medienpreis verliehen. Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Juryvorsitzender des Katholischen Medienpreises, dankte den Preisträgern vor rund 300 Gästen aus Kirche, Politik und Medien für ihre journalistische Arbeit und unterstrich die Verantwortung aller Medien für eine authentische und ausgewogene Berichterstattung: „Die Jury hat dieses Jahr Entscheidungen für journalistische Werke getroffen, die sich vom Medien-Mainstream deutlich abheben und den Fokus auf Realitäten bezüglich Flucht und Migration lenken, die wahrlich bedrückend sind. Vertreibung und Armutsmigration gehören zur Wirklichkeit unserer Welt und bleiben eine Herausforderung und ein Appell an unsere Menschlichkeit.“ In der Berichterstattung dürfe Migration nicht nur einseitig als Problem dargestellt werden. Es gelte, komplizierte Zusammenhänge adäquat darzustellen, sodass Wirklichkeit und Wahrnehmung nicht auseinanderlaufen. „Die Medien wirken dann segensreich, wenn sie einen verantwortlichen, den Menschen gerechten Umgang mit Bildern und Sprache pflegen. Vor allem aber wirken sie segensreich, wenn sie, ohne unkritisch zu werden, auch Beispiele aufzeigen, wo das Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Herkunft funktioniert“, so Bischof Fürst.

Der Juryvorsitzende zeichnete in der Kategorie Elektronische Medien Carsten Rau und Hauke Wendler für ihren Dokumentarfilm „Wadim“ aus, der am 13. Dezember 2011 im NDR ausgestrahlt wurde. Die Jury hatte die Geschichte der Familie auf der Flucht aus Lettland und von der zermürbenden Suche nach einem Platz auf dieser Welt als „handwerklich virtuosen Film“ honoriert. Laudator Dr. h.c. Fritz Pleitgen, ehemaliger Intendant des WDR und Präsident der Deutschen Krebshilfe, betonte, dass sich Carsten Rau und Hauke Wendler bei dem schwierigen und hoch emotionalen Thema „Asyl“ nicht zur Parteinahme hätten verleiten lassen und mit dem Film wichtige Aufklärungsarbeit geleistet hätten.
In der Kategorie Printmedien wurde Wolfgang Bauer für sein Stück „Endstation Dadaab“ über das größte Flüchtlingslager der Welt in Kenia bedacht, welches am 7. Dezember 2011 in „NIDO“ erschienen war. Laut Jury und Laudator Dr. Uwe Vorkötter von der Mediengruppe M. DuMont Schauberg hätte Wolfgang Bauer das Thema mit dem journalistischen „zweiten Blick“ sensibel beobachtend aufgegriffen. Die Reportage sei ein menschliches Stück Journalismus.

Auch in diesem Jahr seien erneut so viele hervorragende Beiträge eingereicht worden, dass die Jury erneut entschieden hätte, über die dotierten Preise hinaus die undotierte Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ zu vergeben, erklärte Bischof Fürst. Im Bereich Printmedien zeichnete die Jury Uta Keseling („Was ein Mensch braucht, um Mensch zu sein“, Berliner Morgenpost vom 22. April 2012) und Paul-Josef Raue („Konzept zum Papstbesuch 2011“, Thüringer Allgemeine, April bis Dezember 2011) aus. Im Bereich Elektronische Medien erhielten Volker Bernius (Funkkolleg für Kinder in Zusammenarbeit mit der Herbert-Quandt-Stiftung „Was glaubst Du denn?“, Hörfunkbeitrag hr2-Kultur, 19. November 2011, 14. Januar 2012 und 18. März 2012) und Max Kronawitter („Ein Sommer für Wenke. Wenn Kinder zuhause sterben dürfen“, Fernsehbeitrag ARD-Reihe „Gott und die Welt“, 13. November 2011) die zusätzliche Auszeichnung.

Während des Festaktes erinnerte Bischof Fürst an das Zweite Vatikanische Konzil. Die Preisträger des Katholischen Medienpreises 2012 würden den hohen Anspruch der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ erfüllen, nach der Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi seien, „und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände“, zitierte Fürst das Dokument. Die Preisträger würden Not, aber auch Hoffnung auf authentische Weise so kommunizieren, dass sie die Herzen der Menschen berühren. Gemeinsam könne man viel zum Wohl der Menschen bewegen.

Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Katholische Medienpreis wird seit 2003 jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz in Kooperation mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e.V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e.V. (KM.) ausgeschrieben. Die Preisträger wurden aus insgesamt 170 eingereichten Beiträgen – 67 in der Kategorie Printmedien, 103 in der Kategorie Elektronische Medien und darunter 6 Internetbeiträge – von einer sechsköpfigen Jury ausgewählt. Zur Jury gehören Dr. Andrea Rübenacker (Deutsche Welle, Bonn), Werner Dieste (MDR Landesfunkhaus Thüringen, Erfurt), Albert Herchenbach (stadtgottes, Nettetal), Stefan Kläsener (Westfalenpost, Hagen) und Dr. Johannes Schießl (Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Katholischen Akademie in Bayern, München) unter Leitung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart).