Flüchtlinge in prekärer Lage

Kamerun: MISEREOR unterstützt Nigerianer, die vor islamistischem Terror geflohen sind

Rom - Aachen, (ZENIT.orgMISEREOR) | 346 klicks

(Aachen, 10.07.2013) Mit einer Soforthilfe von rund 25.000 Euro unterstützt das katholische Entwicklungshilfswerk MISEREOR nigerianische Flüchtlinge, die vor Kämpfen zwischen der nigerianischen Armee und islamistischen Extremisten der Terrororganisation Boko Haram nach Kamerun geflohen sind. Das Geld soll etwa 1000 besonders kranken und mangelernährten Flüchtlingen, überwiegend Frauen und Kinder, zugutekommen und in den Kauf von Nahrungsmitteln, Brennstoff und Schlafmatten, medizinische Behandlung sowie die Desinfektion von Brunnen und Latrinen investiert werden. 

Die katholische Diözese Maroua-Mokolo in Kamerun kümmert sich seit etwa einem Monat intensiv um Flüchtlinge aus Nigeria. Die Ortskirche hat viele von ihnen in Kapellen, einem Schulgebäude und einer Krankenstation untergebracht. Viele Flüchtlinge campieren allerdings noch unter freiem Himmel, wo sie in der trockenen Region der Mandara-Berge unter sehr schwierigen Bedingungen leben müssen. Trinkwasser und Brennholz werden sowohl für die Flüchtlinge als auch die einheimische Bevölkerung knapp. 

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat in Kamerun nahe der nigerianischen Grenze ein Lager eingerichtet, zu dem derzeit noch nicht alle Flüchtlinge Zugang haben. Nach UNHCR-Angaben haben sich bisher knapp 3300 Menschen als Flüchtlinge registrieren lassen. Befürchtet wird allerdings, dass ihre Zahl um ein Vielfaches höher liegt. 

Schon vor etwa einem Jahr haben MitarbeiterInnen der Diözese Maroua-Mokolo beobachtet, dass vor allem Frauen und Kinder, die überwiegend aus christlichen und animistischen nigerianischen Familien stammen, nach Kamerun ausgereist und dort bei Verwandten untergekommen sind. "Gegenüber dem Helferteam der Diözese haben Flüchtlinge davon berichtet, dass sie nicht nur vor den aktuellen Kämpfen der nigerianischen Armee und den Terroristen geflohen sind, sondern dass Mitglieder von Boko Haram bereits seit Monaten gezielte Übergriffe gegen Christen und Animisten in deren Privathäusern organisieren", berichtet Vincent Neussl, Länderreferent bei MISEREOR. Dabei sollen zahlreiche Todesopfer zu beklagen gewesen sein. 

Boko Haram, das zu Deutsch so viel wie "Westliche Bildung verboten" bedeutet, kämpft für die Einführung der Scharia in ganz Nigeria und gleichberechtigte politische Teilhabe.