Flüchtlingssonntag fordert Respekt vor dem Schicksal der Betroffenen

Religionsvertreter in der Schweiz wollen Vorurteile hinterfragen

| 1524 klicks

GENF, 18. Juni 2009 (ZENIT.org ).- „Zum Flüchtlingssonntag und Flüchtlingssabbat rufen wir auf: Verschließen wir unsere Herzen gegenüber Schutzbedürftigen nicht. Respektieren wir Flüchtlinge als Menschen mit individuellen Schicksalen, die mehr von uns erwarten dürfen als Verurteilung und Ablehnung“, so der gemeinsamer Aufruf der Religionsgemeinschaften in der Schweiz zum Flüchtlingssabbat und Flüchtlingssonntag, die am kommenden Wochenende begangen werden.

„Flüchtlinge verlassen ihr Heimatland, weil es keinen anderen Ausweg gibt. Dort werden sie verfolgt und ausgegrenzt. Viele erleiden Unterdrückung, Gewalt und Folter. Deshalb liefern sie sich einer ungewissen Zukunft in einem fremden Land aus, das ihnen ein besseres Leben verheißt“, erklären Bischof Dr. Kurt Koch von der Schweizer Bischofskonferenz, Pfarrer Thomas Wipf, Ratspräsident des Schweizerischer Evangelischen Kirchenbunds, Dr. Herbert Winter vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund und Dr. Harald Rein von der Christkatholischen Kirche der Schweiz. „Die Schweiz nimmt Menschen auf, die Schutz brauchen. Alle Flüchtlinge, die in der Schweiz um Asyl bitten, müssen sich einem rechtlichen Verfahren unterziehen: In unserem Land ist gesetzlich geregelt, welche Gründe für die Gewährung von Asyl ausreichen und welche nicht“.

„Wir konfrontieren Flüchtlinge jedoch oft mit noch anderen Urteilen: Vorurteilen. Nicht selten sind Flüchtlinge dem Generalverdacht ausgesetzt, sie seien kriminell oder wollten in unserem Land nur profitieren“, so der Aufruf.

„Pauschale Urteile gegenüber Flüchtlingen sind diskriminierend. Sie stehen nicht im Einklang mit der humanitären Tradition unseres Landes, denjenigen Schutz zu gewähren, die ihn brauchen. Auch wenn es Missbräuche gibt: Vorurteile stellen nicht die Menschen, sondern deren Herkunft in den Vordergrund. Gemeinsam rufen wir als Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften dazu auf, Vorurteile gegenüber Flüchtlingen kritisch zu hinterfragen“.