„Focolarini“: Seit über 60 Jahren „Apostel des Dialogs“

Papst gratuliert Chiara Lubich, Gründerin der Fokolar-Bewegung

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VATIKAN, 8. Dezember 2003 (ZENIT.org).- Papst Johannes Paul II. hat eine Botschaft an Chiara Lubich geschrieben, der Gründerin der Fokolar-Bewegung –offizieller Name: „ Werk Mariens“ – anlässlich des sechzigsten Jahrestages der Gründung dieser kirchlichen Bewegung, die sich heute über alle fünf Kontinente erstreckt.



„Die Fokolar-Bewegung hat sich auf den ehrenvollen Weg gemacht, Apostel des Dialogs zu werden, um die Einheit in der Kirche voranzutreiben: den Dialog innerhalb der Kirche, den Dialog in der Ökumene, den Dialog zwischen den Religionen und den Dialog mit den Nicht Gläubigen“, hat der Papst anerkennend gesagt, als er ihren Einsatz lobte.

Der vom Papst verfasste Text wurde von Erzbischof Stanislaw Rylko, dem Präsident des Päpstlichen Laienrats, im Zentrum Mariapolis in Castel Gandolfo, etwa 30 Kilometer außerhalb von Rom, vorgelesen.

„Wie viele gesellschaftliche Veränderungen hat es in diesen sechzig Jahren gegeben, und wie viele einschneidende Zerrüttungen haben das Leben in unserer Welt gekennzeichnet,“ stellte der Papst mit Bedauern fest, indem er fortfährt:

„Die Menschheit hat sich mehr und mehr ineinander vernetzt, ist mehr und mehr auf einander angewiesen und hat dabei, durch das Verfolgen von vergänglichen Interessen, zuweilen den Bezug zu den eigentlichen Werten verloren.“

„Heute stehen wir vor der Gefahr ‚ohne Seele’ zurück zu bleiben“, was heißt, ohne das Prinzip, dass alle Projekte und Tätigkeiten eint“ erklärt der Papst speziell im Hinblick auf Europa.

„Es ist dringend nötig, einen neuen Kompromiss unter den Gläubigen zu finden, um auf diese neuen Herausforderungen der Evangelisation zu antworten“, führt der Papst in der Botschaft weiter aus.

„Besonders unter diesem Aspekt – schloss der Heilige Vater -, sind die christlichen Bewegungen mit einer wichtigen Aufgabe betraut, innerhalb derer gerade auch die Fokolar-Bewegung einen wichtigen Platz einnimmt.

Die Fokolar-Bewegung entstand 1943 in der norditalienischen Stadt Trento (Trient), und umfasst heute über viereinhalb Millionen Mitglieder weltweit und weitere zwei Millionen Anhänger und Sympathisanten in 182 Ländern.

Unter anderem hat die Fokolar-Bewegung 33 sogenannte „Zitadellen“ in allen fünf Kontinenten gegründet. Dies sind kleine Städte – mit ihren Häusern, Schulen und Arbeitsplätzen, die ein Brennpunkt für eine Gesellschaft der Liebe sein wollen.

In einem Zeugnis, das Chiara Lubich in der italienischen Zeitung „Vita Trentina“ gegeben hat, antwortet sie auf die Frage: „ Wie ist der Zustand meiner Seele?“:

„Wenn ich nur eine Sekunde lang an das denke, was mir in den Sinn kommt, überkommt mich eine tiefe Ergriffenheit; wenn ich nur eine Sekunde lang an das denke, was mir in den Sinn kommt: ein neues Volk, das aus dem Evangelium heraus geboren ist, verstreut über die ganzen Welt, ein großartiges Werk, das kein Werk aus menschlicher Hand sein kann. Im Grunde ist es „ein Werk Gottes“, für das ich ausgewählt wurde und für das ich immer sein Werkzeug sein werde - ich alleine, ohne Gottes Hilfe, wäre im Grunde „unbrauchbar und klein im Glauben“.

Auf die Frage: Was trage ich zu dieser besonderen Feier in meinem Herzen, antwortete die Gründerin der Fokolar-Bewegung: „Eine Hymne der Dankbarkeit an Gott für all das, was ich mit meinen Brüdern und Schwestern sehen, erfahren, aufbauen und weitergeben durfte, um mit seiner Hilfe immer weiter zu diesem Ziel hinzugelangen. Ein großes und ehrliches Dankeschön an dich, oh mein Gott, für Alles, was du gewirkt hast.“

Weitere Informationen: www.focolare.org.