Förderer des islamisch-katholischen Dialogs: Kein Friede ohne Gerechtigkeit

Ergebnisse der 14. Sitzung des so genannten Verbindungs-Komitees

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ROM, 16. Juni 2008 (ZENIT.org).- Vom 11. bis zum 13. Juni tagte zum insgesamt 14. Mal das so genannte islamisch-katholische Verbindungskomitee. Die katholische Delegation wurde von Kardinal Jean-Louis Tauran geleitet, Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, und die islamische von Professor Dr. Hamid bin Ahmad Al-Rifaie, Präsident des Internationalen Islamischen Dialog-Forums aus Jeddah in Saudi-Arabien.



Die Tagung widmete sich dem Thema: „Christen und Muslime als Zeugen des Gottes der Gerechtigkeit, des Friedens und des Mitgefühls inmitten einer an Gewalt leidenden Welt“. Diese Thematik wurde nach einer Presseerklärung des Heiligen Stuhls aus einem religiösen Blickwinkel heraus behandelt, gemäß den Lehren der beiden religiösen Traditionen. Wir veröffentlichen die Punkte, in denen Übereinstimmung erzielt wurde:

„1.) Aus der Würde, die jedem Menschen innewohnt, ergeben sich grundlegende Rechte und Pflichten.

2.) Gerechtigkeit hat in unserer Welt Vorrang. Abgesehen von der Umsetzung der bestehenden rechtlichen Vorkehrungen, erfordert sie Achtung vor den grundlegenden Bedürfnissen des Einzelnen und ganzer Völker durch eine Haltung der Liebe, Geschwisterlichkeit und Solidarität. Es kann keinen wahren und dauerhaften Frieden ohne Gerechtigkeit geben.

3.) Friede ist ein Geschenk Gottes und erfordert gleichzeitig den Einsatz aller Menschen und in besonderer Weise den der Gläubigen. Sie sind dazu berufen, wachsame Zeugen des Friedens zu sein in einer Welt, die von Gewalt in vielerlei Gestalt geplagt wird.

4.) Christen und Muslime glauben, dass Gott mitfühlend ist, und deshalb sehen sie es als ihre Pflicht, jedem Menschen gegenüber Mitgefühl zu zeigen, vor allem gegenüber den Bedürftigen und Schwachen.

5.) Wenn Religionen authentisch gelebt werden, leisten sie einen wirksamen Beitrag zur Förderung von Geschwisterlichkeit und Harmonie innerhalb der Menschheitsfamilie.“

Am Ende der Erklärung wird darauf hingewiesen, dass die Mitglieder des Dialog-Komitees die Ehre hatten, von Papst Benedikt XVI. empfangen zu werden, „der sie dazu ermutige, ihre Bemühungen zur Förderung von Gerechtigkeit und Frieden fortzusetzen“.