Frankfurt: Einzigartige archäologische Funde aus Jesu Zeit zu sehen

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FRANKFURT, 18. Dezember 2009 (ZENIT.org).- Rund 3.000 Jahre Alltags- und Religionsgeschichte im Heiligen Land ziehen seit jeher unzählige Archäologen in den Bann. Im Frankfurter Bibelhaus sind in den letzten Januartagen einzigartige Originale aus dem antiken Palästina in der Schatzkammer zu sehen. Die Exponate stammen aus allen Teilen des heutigen Israels, vornehmlich aber aus Jerusalem und der Festung Masada. Von der Zeit der Priesterdynastie der Hasmonäer in den letzten zwei Jahrhunderten vor Christus bis zur Zerstörung Jerusalems im jüdischen Krieg durch die Römer 70 nach Christus geben die archäologischen Funde einen Einblick in das damalige Leben.

Gegenstände eines Haushaltes armer Leute zum Spinnen von Wolle, Mahlen von Getreide, Kochen und Essen sind ebenso zu sehen wie Schminkutensilien einer reichen Frau aus dem Umfeld des Herrscherhauses des Herodes. Zu bewundern sind Parfumflakons, Kosmetik-Spachteln und Schmuck aus römischer Zeit. Ein Silberschatz von dreißig tyrischen Schekeln erinnert an die jährliche Tempelsteuer. Funde aus Grabkammern zeigen wertvolle Salbenflaschen und eine antike Knochenkiste, das Ossuar, eine typische Bestattungsart.

Die präsentierten originalen Alltagsgegenstände sind bekannten Gruppen aus der jüdischen Antike zugeordnet: den frommen Pharisäern, der sadduzäischen Priesterkaste und den aufständischen Zeloten, den Römern und den Zöllnern, die mit der Besatzungsmacht kollaborierten. Aber auch das Leben der einfachen Menschen, Handwerker, Händler und Pilger wird beleuchtet.

Die besondere Lebensart der Menschen jener Zeit in und um Jerusalem ist mit Händen zu greifen. Sie dauerte nur etwa hundert Jahre bis zur Zerstörung Jerusalems im jüdischen Krieg durch die Römer 70 nach Christus. Mit den Bodenfunden aus Grabungen in Israel kommt man der Zeitenwende vor 2.000 Jahren so nah, wie sonst kaum möglich. Keine großen Schätze sind aus jener Zeit übrig geblieben.

Zu jener Zeit lebte Jesus, es entstanden verschiedene Teile des Neuen Testaments und die Sammlung der jüdischen Bibel wurde abgeschlossen. Der größte Teil der gezeigten Objekte stammt aus der „Israel Antiquities Authority", der Israelischen Antikenverwaltung. Sie ist unter anderem zuständig für Ausgrabungen, Sammlung, Erhaltung, wissenschaftliche Publikationen und Untersuchung von Funden.

Weitere Leihgaben kommen aus der Staatlichen Münzsammlung München, dem Landesmuseum Württemberg in Stuttgart und dem Archäologischen Museum, Frankfurt am Main. Schirmherren der Ausstellung sind der Botschafter Israels in Deutschland, Yoram Ben-Zeev, und Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die Ausstellung wird vom 26. Januar bis 30. Juni 2010 im Bibelhaus Erlebnismuseum gezeigt. Zu finden ist das Museum in der Metzlerstraße 19 in Frankfurt am Main, Telefon 0 69 66 42 65 25. (mk)