Frankreich: 150 bis 200 Muslime finden jedes Jahr zum katholischen Glauben

Die Situation von Katholiken mit muslimischen Hintergrund ist konfliktiv

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PARIS, 8. April 2008 (Zenit.org).- In Frankreich finden jedes Jahr zwischen 150 und 200 Muslime zum katholischen Glauben. Viele davon sind Kinder aus Mischehen, berichtete am 2. April die französische Tageszeitung „Le Monde".

Im Artikel heißt es, dieses Thema habe in den vergangenen Jahren kaum Beachtung erfahren. Allerdings bestätige nun die Kirche, dass Religionsfreiheit und das Miteinander von wesentlicher Bedeutung seien.

Bischof Michel Dubost von Evry ist ein entschlossener Förderer des Dialogs mit dem Islam. Rund ein Dutzend Muslime werden jedes Jahr in seiner Diözese getauft. In diesem Jahr wurde ein Muslim privat getauft.

„Le Monde" beschrieb die Situation der Katholiken, die einen muslimischen Hintergrund haben, als konfliktiv. Die Mehrheit treffe in ihrem Umfeld auf fehlendes Verständnis, Verwandte oder Bekannte erhöben den Vorwurf, dass sie „ihre Kultur verleugneten". Einige hätten ihren Übertritt zum katholischen Glauben vor Mitgliedern ihrer Familie geheimhalten müssen.

In diesem Sinn habe die weithin bekannt gewordene Bekehrung von Magdi Cristiano Allam, der von Benedikt XVI. in der Osternacht im Petersdom getauft worden war, den Konvertiten in Frankreich viel Freude beschert: „Ich segne den Papst. Er hat den Finger dort hingelegt, wo es weh tut", sagte etwa Mohammed Christophe Bilek, Gründer des Notre-Dame-de-Kabylie-Vereins. „Jeder sollte in der Lage sein, sich taufen zu lassen. Das ergibt sich aus den Menschenrechten."

Trotz ihrer wachsenden Zahl sind die Konvertiten vom Islam zum Christentum einschließlich anderer Konfessionen nicht höher als die Zahl derer, die zum Islam konvertierten. Im August des Jahres 2006 berichtete die französische Tageszeitung „La Croix", rund 3.600 Menschen würden in Frankreich jährlich zum Islam konvertieren.