Frankreich: Schwester Marguerite Rutan wird selig gesprochen

Während der französischen Revolution unter der Guillotine enthauptete Ordensfrau der Vinzentinerinnen

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DAX, Freitag, 17. Juni 2011 (ZENIT.org). - Der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen, Kardinal Angelo Amato, wird am Sonntag, dem 19. Juni, der Seligsprechung von Schwester Marguerite Rutan aus dem Orden der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in der Stadt Dax vorstehen.

Die Diözese im Südwesten Frankreichs wird dem Ereignis vom 18. bis 20. Juni drei Festtage widmen.

Die Gläubigen erhalten dabei die Möglichkeit, den Fußspuren von Marguerite Rutan in der Stadt Dax zu folgen und ein Theaterstück über das Leben der neuen Seligen mit dem Titel „Marguerite Rutan, eine neue, für uns geöffnete Blüte unter einem viel schöneren Himmel“ zu sehen.

Am Samstagnachmittag, dem 18. Juni, wird im Dom eine Gebetswache mit Kardinal Amato, Bischöfen, Barmherzigen Schwestern, Mitgliedern der Vinzentinischen Familie und Pilgern stattfinden.

Nach einem mehr als 100-jährigen Prozess wird die Seligsprechung am Sonntag, dem 19. Juni, nachmittags um 15 Uhr in „Les Arenes“ von Dax erfolgen.

Die erste Messe zu Ehren der Seligen am Montag, dem 20. Juni, wird der Bischof von Aire und Dax, Msgr. Philippe Breton, unter Teilnahme der Vinzentinischen Familie und der Diözese zelebrieren.

Vorreiterin des sozialen Handelns

Marguerite Rutan wurde in Metz im Jahre 1736 geboren. Sie war das achte von fünfzehn Geschwistern. Ihr Vater war Steinmetz, Maurermeister und Architekt. Ihre Mutter, eine tiefgläubige Christin, gab jedem einzelnen ihrer Kinder eine ernste, religiöse Erziehung und das Beispiel eines hingabevollen Lebens.

Im Jahre 1757, im Alter von 21 Jahren, begann sie ihr Noviziat im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Paris.

Im Jahre 1779 übernahm sie als Superiorin die Leitung eines Krankenhauses in Dax, und wurde mit der Eröffnung einer Schule und der Aufnahme verlassener Mädchen schnell zu einer Vorreiterin des sozialen Handelns.

In der Zeit des Terrors der französischen Revolution wurden die Nonnen des Krankenhauses im Kloster Carmo, das in ein Frauengefängnis umgewandelt worden war, inhaftiert, während das Kapuzinerkloster als Haftanstalt für Männer und der bischöfliche Palast, unter dem Vorsitz von Pinet, als Revolutionstribunal diente.

Im Jahre 1792 wurden die Schwestern des Diebstahls bezichtigt und Schwester Rutan schließlich am Weihnachtsabend des Jahres 1793 angezeigt und verhaftet.

Sie wurde am 9. April 1794 durch den revolutionären Gerichtshof zum Tode verurteilt und noch am selben Tag guillotiniert, da sie nicht bereit war, ihrem Glauben abzuschwören.

Ein Jahr später bedauerte der Vorstand, dass diese Frau auf eine „unmenschliche Art und Weise aus unbekannten und noch immer zu erforschenden Gründen geopfert worden war“.

[Übersetzung aus dem Spanischen von Susanne Czupy]