Frankreich: Toulouse gedenkt des Hirtenbriefs von Erzbischof Saliège

70. Jahrestag der historischen Stellungnahme gegen die Judendeportation

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ROM, 23. August 2012 (ZENIT.org). - Die Stadt Toulouse gedenkt des Hirtenbriefs, den Erzbischof Jules-Géraud Saliège vor genau 70 Jahren, am 23. August 1942, an alle Pfarreien seiner Erzdiözese schickte. Darin protestierte der Erzbischof öffentlich gegen die Festnahme und Deportation der Juden im von den Nazis besetzten Frankreich.

Auch heute habe der Hirtenbrief von Erzbischof Saliège „nichts von seiner Aktualität eingebüßt“, heißt es in einer Mitteilung der Erzdiözese Toulouse. Dies erkenne man auch an der Tatsache, dass verschiedene Organisationen, die Präfektur und die Stadtverwaltung von Toulouse Gedenkveranstaltungen organisiert hätten.

Die Stadt wolle in der Tat diese „historisch bedeutsame Stellungnahme“ würdigen, während die Kirche die Erinnerung an „dieses Glaubenszeugnis eines Hirten, der allen Menschen dienten wollte“ wach halten wolle, heißt es weiter in dem Kommuniqué.

„Der Hirtenbrief von Erzbischof Saliège war seinerzeit ein so einschneidendes Dokument, dass die Erinnerung daran auch heute noch sehr lebendig bleibt“, erklärte der heutige Erzbischof von Toulouse, Robert Le Gall, in einem Rundschreiben an die Gläubigen seiner Diözese.

Eine Gedenkveranstaltung der Stadt ist für den 13. September vorgesehen. Außerdem wird am Freitag, dem 28. September, um 18 Uhr eine Gedenkmesse in der Kathedrale Saint-Étienne stattfinden.

[Übersetzung des französischen Originals von Alexander Wagensommer]