Franz von Assisi: ein „Gigant“ der Heiligkeit

Das Geheimnis des wahren Glücks

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ROM, 27. Januar 2010 (ZENIT.org).- Franz von Assisi ist ein „echter Gigant der Heiligkeit“, der Menschen jeden Alters und jeder Religion seit Jahrhunderten fasziniert, erklärte der Papst heute vor Tausenden von Pilgern in Rom. Der "Poverello", der Arme aus Assisi, wurde für Generationen zum Lehrmeister des "Geheimnis wahren Glücks". Er habe gezeigt, dass es möglich sei, die Spannungen zwischen dem eigenen prohetischen Charisma und dem Charisma des kirchlichen Amtes positiv zu leben.

Papst Benedikt XVI. würdigte den Gründer der Franziskaner (* 1181/1182 in Assisi; † 3. Oktober 1226 in der Portiuncula-Kapelle unterhalb von Assisi) in der heutigen Katechese während der Generalaudienz.

Franz habe sich als „Vorbild“ erwiesen, „an dem sich auch heute die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen inspirieren sollten: den Dialog in der Wahrheit fördern, in gegenseitiger Achtung und gegenseitigem Verstehen“.

Im Jahr 1208 habe Franziskus den Ruf verspürt, ein Leben in Armut zu führen und sich der Predigt zu verschreiben, berichtete der Papst aus der Biographie des heiligen Franziskus. Ein Jahr später, 1209, habe er sich dann nach Rom begeben, „um Papst Innozenz III. eine neue Form christlichen Lebens zu unterbreiten“.

Der „große Papst“ habe ihn väterlich aufgenommen und den göttlichen Ursprung der neuen Bewegung erkannt. Der „Poverello von Assisi“ habe in den Augen von Innozenz III. verstanden, dass „jedes vom Heiligen Geist geschenkte Charisma in den Dienst des mystischen Leibes der Kirche zu stellen ist“. Aus diesem Grund habe Franziskus immer in voller Gemeinschaft mit der kirchlichen Autorität gehandelt.

Bei den Heiligen gebe es keinen grundsätzlichen Widerspruch zwischen ihrem prophetischen Charisma und dem Charisma von Amt und Autorität. Eventuelle Spannungen müssten dazu veranlassen, geduldig die Zeiten des Heiligen Geistes abzuwarten.

Franz von Assisi habe in einer Zeit des Aufeinanderprallens zwischen dem Christentum und dem Islam, „bewaffnet allein mit seinem Gauben und seiner persönlichen Milde“, den Weg des Dialogs beschritten.


Mit seiner Reise ins Heilige Land (1220) habe Franziskus einen Samen gesät, der viele Früchte tragen sollte: „Seine geistlichen Söhne machten aus dem Ort, an dem Jesus lebte, ein privilegiertes Gebiet ihrer Sendung“. In diesem Zusammenhang brachte der Papst seine Dankbarkeit zum Ausdruck und lobte „die großen Verdienste der franziskanischen Kustodie des Heiligen Landes“.

Das Zeugnis des heiligen Franziskus bilde auch für die Menschen von heute eine Einladung zur Pflege der inneren Armut, um im Vertrauen zu Gott zu wachsen und dies mit einem einfachen Lebensstil und dem Abstand von materiellen Gütern zu vereinen.

Die erste Seligpreisung der Bergpredigt ("Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen
gehört das Himmelreich") habe im Leben und in den Worten des Heiligen eine „leuchtende Verwirklichung“ gefunden.

Franziskus habe darüber hinaus immer eine große Verehrung für die Priester an den Tag gelegt und empfohlen, sie immer zu respektieren, dies auch für den Fall, dass sie persönlich wenig würdig sind, „da sie das Geschenk empfangen haben, die Eucharistie zu konsekrieren“.

Die Heiligkeit der Eucharistie, so Benedikt XVI. an die Priester gewandt, erfordere es, „rein zu sein und konsequent das Geheimnis zu leben, das wir feiern“.

Im Geist der Lehre des Franz und der Enzyklika Caritas in veritate betonte der Papst weiter, dass nur eine Entwicklung, die die Schöpfung respektiert und der Umwelt nicht schadet, eine nachhaltige Entwicklung sein könne.

Aus der Liebe zu Christus entstehe die Liebe zu den Menschen und zu allen Geschöpfen Gottes. Seine Botschaft zum Weltfriedenstag 2010 zitierend, unterstrich Benedikt XVI., dass auch der Aufbau eines gefestigten Friedens an die Achtung der Umwelt gebunden sei, woran auch dem heiligen Franziskus gelegen gewesen sei. Für ihn sei die Natur „eine Sprache, die uns von Gott spricht und mit der wir von Gott sprechen können“.

„Franziskus war ein großer Heiliger und ein freudvoller Mensch“, so der Papst. „Seine Einfachheit und Demut, sein Glaube, seine Liebe zu Christus, seine Güte gegenüber allen Männern und Frauen haben ihn in allen Situationen heiter gemacht“.

Zwischen der Heiligkeit und der Freude bestehe eine „innige und unauflösliche Verbindung“, so der Papst abschließend. Franziskus lehre, dass „dies das Geheimnis des wahren Glücks ist: heilig zu werden“.