Franz von Sales (1567-1622)

Bischof, Ordensgründer und Kirchenlehrer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 877 klicks

Franz von Sales wurde am 21. August 1567 auf Schloß Sales bei Annecy geboren. Nach dem Besuch der Jesuitenschule in Clermont studierte er auf Wunsch seines Vaters in Paris (1581/82-88) und in Padua (1588 (?) - 92) Jura. Während des Aufenthaltes in Padua bildete sich in Franz der Wunsch aus, sein Leben Gott zu weihen. Nachdem er 1592 sein Jurastudium mit einem Doktorat abgeschlossen hatte und eigentlich eine juristische Karriere hätte beginnen sollen, wurde Franz von Sales 1593 zum Propst in Annecy ernannt. Im selben Jahr wurde er zum Priester geweiht.

In der Folgezeit, ab 1594, widmete sich Franz von Sales der Rekatholisierung von Chablais am Genfer See. Das Herzogtum von Savoyen war unter der Berner Herrschaft zum kalvinistischen Glauben übergetreten und sollte nun wieder zum katholischen Glauben zurückgeführt werden. Franz von Sales hielt Predigten und verteilte Flugblätter, um der Bevölkerung den katholischen Glauben zu vermitteln.

Nachdem der Heilige zunächst dem Bischof von Genf als Koadjutor bei dessen Amtsgeschäften assistiert hatte, wurde er 1602 nach dem Tod seines Vorgängers zum Bischof von Genf.

Franz von Sales besaß die Gabe, besonders überzeugende Predigten zu halten und ein ausgezeichneter Seelsorger zu sein. Er fühlte sich der tätigen Nächstenliebe zutiefst verpflichtet.

Gemeinsam mit Johanna Franziska von Chantal, die Franz von Sales 1604 kennen gelernt hatte, gründete er deshalb 1610 den Orden der Heimsuchung Mariens (Salesianerinnen). Der Orden ist kontemplativ ausgerichtet und widmet sich besonders der tätigen Nächstenliebe. In diesen Orden konnte eintreten, wem aufgrund körperlicher Beschwerden der Zutritt zu anderen Gemeinschaften verwehrt war.

Franz von Sales, der sich während seiner Amtszeit für die Durchführung der tridentinischen Beschlüsse einsetzte, starb am 28. Dezember 1622 in Lyon. Rund vierzig Jahre später, am 28. Dezember 1661, wurde er von Papst Alexander VII. selig gesprochen. Seine Heiligsprechung erfolgte im Jahr 1665. Papst Pius IX. ernannte Franz von Sales 1877 zum Kirchenlehrer. Seit 1922 ist der Heilige der Patron des katholischen Schrifttums.

Zu den berühmtesten bis in unsere heutige Zeit überlieferten Schriften des heiligen Franz von Sales zählen die „Anleitung zum frommen Leben“ (Philothea) aus dem Jahr 1609 und die „Abhandlung über die Gottesliebe“ (Theotimus) aus dem Jahr 1616.

Der Leichnam des heiligen Franz von Sales wurde nach Annecy überführt und in der Kirche des Klosters der Heimsuchung in Annecy beigesetzt.