Franziskaner im dritten Jahrtausend - Propheten des Evangeliums

Papst empfängt Dritten Orden der Regularoblaten des heiligen Franz von Assisi

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VATIKAN, 8. Juni 2001 (ZENIT.org).- Der Heilige Vater hat vom Dritten Orden der Franziskaner verlangt, dem neuen Jahrtausend mit der "Dialektik zwischen Erbe und Prophetie", zwischen Erinnerung an die Ursprünge und Erneuerung im Hinblick auf die Zukunft zu begegnen.



Am Donnerstag vormittag empfing der Papst die Jünger des "Bettelmönches" von Assisi in Audienz anlässlich ihres zuende gegangenen 109. Generalkapitels.

Das Kapitel fand in Ariccia in der Nähe von Rom statt, wobei der kroatische Pater Ilija Ivkovic zum neuen Ordensgeneral gewählt wurde. Themen waren auch die umfassende apostolische Erneuerung des Ordens auf den Spuren seines Gründers um die Jahrtausendwende.

Heutzutage gehören dem Franziskanerorden 842 Brüder (davon 565 Priester) in 186 auf der ganzen Welt zerstreuten Häusern an.

Der Papst wollte dem Zeugnis und weltlichen Engagement dieses 1221 gegründeten Ordens einen neuen Impuls verleihen. "Das vom Evangelium durchwirkte Ordensleben erschöpft sich nicht in einer in der Vergangenheit verankerten Selbstgefälligkeit, sondern wird intensiv in der Gegenwart gelebt und ist voller Enthusiasmus auf die Zukunft ausgerichtet", so der Papst.

"Die Dialektik zwischen Erbe und Prophetie verleiht eurer Hoffnung auf das bereits gut begonnene dritte Jahrtausend ein wertvolles Fundament".

Insbesondere ermutigte der Papst die für Franziskaner so typische Missionstätigkeit, die sich von der Solidarität bis zur Kultur, von der Askese bis zum ökumenischen und interreligiösen Dialog spannt.

Das sei für die Franziskaner ein "begeisterndes Programm für das dritte Jahrtausend", so der Papst: "das euch als Zeugen der evangelischen Umkehr sehen will, als Arbeiter der Nächstenliebe und der Evangelisierung, Propheten einer im Glauben und der Liebe erneuerten Welt durch die fruchtbare Weitergabe christlicher Werte.

Wie immer werden die Franziskaner sich bei all diesen Tätigkeiten an ihrem einzigartigem Vorbild orientieren, Franz von Assisi, so die Schlussworte des Heiligen Vaters.