Franziskanerbischöfe aus der ganzen Welt vertiefen ihr Charisma

Tage der Besinnung und des Gebets in Assisi und Rom

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ROM, 28. Juni 2007 (ZENIT.org).- Bischof zu sein, ist eine „unerwartete und bemerkenswerte Entwicklung der franziskanischen Berufung, zu der wir alle berufen sind“, erklären die Kardinäle und Bischöfe des Ordens der Franziskanischen Minderbrüder (OFM) nach einer internationalen Begegnung, die vom 18. bis 22. Juni in Assisi und Rom stattfand, in einem kürzlich veröffentlichten Rundschreiben. Anlass des Treffens war die die Bekehrung des heiligen Franziskus vor 800 Jahren und das damit verbundene Gründungsjubiläum des Franziskanerordens.



Der Generalminister der Franziskaner hatte die Kardinäle und Bischöfe, die dem Orden angehören, aus der ganzen Welt zu einem Treffen mit dem Generaldefinitorium eingeladen. In Rom feierte aus gegebenem Anlass ein Legat des Heiligen Vaters ein Pontifikalhochamt in der Lateranbasilika, bei dem die Hirten konzelebrierten.

In ihrem Brief an die Mitglieder des Ordens heben die Bischöfe und Kardinäle ihre Bereitschaft hervor, die Ursprünge ihres Charismas zu erneuern. Fr. Herman Schalück, ehemaliger Generalminister des Ordens, und der spanische Kardinal Carlos Amigo Vallejo, Erzbischof von Sevilla, baten in diesem Zusammenhang alle Mitglieder der Franziskanischen Familie, besonders für die Hirten zu beten, damit sie ihren Dienst würdig versehen. Die Begegnung diente ihnen dazu, „sich die Berufung des Franziskus zum Dienst an der Kirche zu Eigen machen: ‚Franziskus, geh, und baue mir die Kirche neu. Wie du siehst, steht sie als Ruine da‘.“

Diesen prophetischen Dienst wollen die Bischöfe und Kardinäle Seite an Seite mit allen Minderbrüdern leben, um mit Hilfe des Heiligen Geistes eine „unheilbare Ungeduld“ für alle Initiativen an den Tag legen, die noch umgesetzt werden müssten. „Zusammen mit euch sind wir Brüder und Minderbrüder“, betonen sie in ihrer Botschaft. „Der Liebesdienst, den wir leisten, indem wir als Bischöfe das Volk Gottes weiden, ist nur eine unerwartete und bemerkenswerte Entwicklung der franziskanischen Berufung, zu der wir alle berufen sind.“

Die Kardinäle und Bischöfe erbitten abschließend für ihren oftmals schwierigen Dienst in armen, glaubensfernen und auch glaubensfeindlichen Regionen das besondere Gebet ihrer Gemeinschaft.