Franziskanern in Bethlehem zunächst Wasser und Strom abgedreht

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BETHLEHEM, 11. April 2002 (ZENIT.org-FIDES).- Im zur Geburtskirche Jesu gehörenden Franziskanerkonvent in Bethlehem, in dem auch etwa 250 zum Teil bewaffnete Palästinenser Zuflucht gesucht haben, sind Wasser- und Stromversorgung unterbrochen.

In den vergangenen Tagen hat die israelische Armee die von Griechen und Armeniern bewohnten und zum Teil auch in den von Palästinensern besetzten Gebäudeteilen mit Strom (und Wasser) versorgt. Deshalb fragt man sich unter den Ordensleuten, ob dies vielleicht eine Reaktion auf die öffentlichen Stellungnahmen der Mönche in den vergangenen Tagen sein soll.

Unterdessen verhandelt die Kustodie im Heiligen Land mit dem israelischen Außenministerium und dem Kultusministerium über die Frage der Strom- und Wasserversorgung. Seit zwei Tagen lautet die Antwort des Außenministeriums jedoch immer gleich: "Wir kennen das Problem und befassen uns damit".

Der Sprecher der Kustodie im Heiligen Land, Pater David Jaeger, kommentiert: "Wir sind äußerst erstaunt über dieses unmenschliche Verhalten. Keiner unserer Bitten, Anfragen und Beschwerden wurde Gehör geschenkt. Wir hoffen, dass die Weltöffentlichkeit Israel zu milderen Tönen umstimmen kann".

Am Mittwoch veröffentlichte die israelische Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom ein Schreiben des israelischen Staatspräsidenten Moshe Katsav an den Papst (Zenit berichtete). Darin wird versichert, dass "die (Geburts-)Kirche nicht zum Schauplatz von Gefechten" gemacht werden soll und dass "unsere Streitkräfte weiterhin von Aktionen absehen werden, die der Kirche oder dem Klerus Schaden zufügen könnten". Im Zusammenhang mit diesen Versicherungen des israelischen Präsidenten fragt sich Pater Jaeger: "Ist es etwa kein Schaden, wenn man die Ordensleute nicht mit Wasser versorgt?"