Franziskus: Altersweisheit an die Jugend weitergeben

Benedikt XVI. hat eine Flamme entzündet

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 924 klicks

Papst Franziskus hat am heutigen Vormittag die Kardinäle des Konklave und die über 80-jährigen nicht-wahlberechtigten Kardinäle in einer Audienz empfangen.

In seiner Ansprache gab er seiner Freude darüber Ausdruck, wie sehr aus allen Ecken der Welt große Anteilnahme an den Ereignissen dieser Tage genommen worden sei, durch Gebet und auch von den Nicht-Gläubigen, die ihren Respekt und ihre Bewunderung für die Kirche gezeigt hätten.

Er dankte allen, die das Konklave vorbereitet und die Zeit der Sedisvakanz begleitet hatten.

Mancher Kardinal habe zu ihm gesagt: Wir Kardinäle sind die Priester des Papstes. Eine solche Freundschaft in der Gemeinschaft werde der Kirche gut tun.

Besonders dankte er auch seinem Vorgänger Benedikt XVI., der während seines Pontifikats die „Kirche bereichert und gestärkt hat, mit seiner Lehre, seiner Güte, seiner Führung, seinem Glauben, seiner Demut und seiner Sanftmut.“ Sein spirituelles Erbe werde für alle Zeit bleiben. Das Petrusamt, das er mit ganzer Hingabe gelebt habe, habe in ihm einen weisen und demütigen Vermittler gehabt, den Blick immer fest auf Christus gerichtet, der in der Eucharistie gegenwärtig und lebendig sei.

„Wir spüren, dass Benedikt tief in unseren Herzen eine Flamme angezündet hat, die weiterbrennen wird, weil sie durch sein Gebet genährt wird, das die Kirche auf ihrem geistlichen und missionarischen Weg weiter unterstützt."

Franziskus rief dazu auf, sich nie dem Pessimismus zu ergeben, sondern jeden Tag den Mut zu finden, das Evangelium in alle Winkel der Welt zu tragen. Christliche Wahrheit sei attraktiv und überzeugend, weil sie auf die tiefe Bedürfnis der menschlichen Existenz reagiere.

„Verkündet treu, dass Christus der einzige Erlöser des ganzen Menschen und aller Menschen ist. Diese Verkündigung bleibt gültig, heute wie am Anfang des Christentums, als die erste große missionarische Ausbreitung des Evangeliums stattfand."

In der Kirche wirke stets der Heilige Geist, auf den man bauen könne.

Franziskus sprach auch das Alter der Kirchenführer an. Diese Lebenszeit sei von einer Weisheit gekennzeichnet, die sie an die Jugend weitergeben sollten. Mit einer Anspielung auf sein eigenes Alter und das vieler anwesender Kardinäle zitierte er den deutschen Dichter Friedrich Hölderlin: „Es ist ruhig, das Alter, und fromm“.

Nach der Ansprache begrüßten ihn die einzelnen Kardinäle persönlich. Der Papst nahm sich die Zeit, mit jedem ein paar freundliche Worte zu wechseln.