Franziskus: Berufungen entstehen im Gebet

Das Verlangen nach der Stimme Jesu habe Gott in den Menschen hineingelegt

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 579 klicks

Papst Franziskus hat beim sonntäglichen Regina-Caeli-Gebet am Weltgebetstag für geistliche Berufungen auf zwei entscheidende Aspekte geistlicher Berufungen hingewiesen: das von Gott in den Menschen hineingelegte Verlangen seines Herzens und das um Berufungen flehende Gebet.

„Wenn ich mich zu Jesus hingezogen fühle, wenn seine Stimme mein Herz erwärmt, so habe ich das Gott dem Vater zu verdanken. Er hat das Verlangen nach Liebe, nach Wahrheit, nach Leben und nach Schönheit in mich hineingelegt“, so der Papst. Er rief vor allem die auf dem Petersplatz versammelten Jugendlichen dazu auf, eine mutige Antwort auf die verspürte innere Sehnsucht zu geben: „ Frage Jesus, was er von dir will, und sei mutig! Sei mutig! Frag ihn!“

Mit Bezug auf die Herrenworte in Mt 9,38: „Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“, betonte der Papst den zweiten Aspekt, dass nämlich Berufungen immer Früchte des intensiven Gebets seien. Hinter jeder Berufung zum Priestertum oder zum geweihten Leben, zu dessen Fortdauer und hinter dessen Früchten stehe das inständige und intensive Gebet einer Mutter, eines Familienmitglieds oder einer Gemeinschaft.

„Berufungen entstehen im Gebet und aus dem Gebet; nur im Gebet können sie fortdauern und Frucht tragen“, so der Papst wörtlich und betonte, sein besonderes Anliegen sei es, diese Notwendigkeit an dem Weltgebetstag für geistliche Berufungen hervorzuheben. Gleichzeitig bat er besonders auch um das Gebet für die zehn Neupriester, die er als erste Priesterweihe seines Pontifikats am Vormittag im Petersdom geweiht hatte.

Vorbild und Fürsprecherin sei Maria, die Frau des lebenslangen Ja-Wortes. Mit ihrer Hilfe gelange man auf den Weg des Lebens: „ Maria, unsere Mutter, hilf uns, die Stimme Jesu immer besser zu erkennen und ihm nachzufolgen, damit wir auf den Weg des Lebens gelangen!“, schloss Papst Franziskus.

Nach dem Regina-Caeli-Gebet richtete er einen eindringlichen Appell an die Verantwortlichen in Venezuela, sich um Frieden und Aussöhnung zu bemühen. Die Liebe zur Nation müsse in einen auf Wahrheit und gegenseitige Anerkennung gründenden Dialog münden. Der Papst rief dazu auf, das Land den Händen seiner Schutzpatronin, Unserer Lieben Frau von Coromoto, anzuvertrauen.