Franziskus: Gotteskindschaft größtes Geschenk des Ostergeheimnisses

Beziehung zu Gott durch Beichte und Eucharistie nähren

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 774 klicks

In der heutigen Katechese während der Generalaudienz ging Papst Franziskus vor Tausenden von Gläubigen auf dem Petersplatz auf das Geheimnis von Ostern ein: „Im Ostergeschehen befreit Christus uns von der Knechtschaft der Sünde und macht uns zu Kindern Gottes.“ Diese Gotteskindschaft werde den Menschen nur persönlich durch das Sakrament der Taufe ermöglicht. „Wir sind getauft auf den Tod und die Auferstehung Christi und wurden so zu neuem Leben geboren. Der Heilige Geist wirkt in uns dieses neue Sein als Kinder Gottes. So ist die Gotteskindschaft das größte Geschenk des Ostergeheimnisses.“

Die Frage, worin der Kern der Gotteskindschaft bestehe, antwortete Franziskus, dass die Würde eines jeden Christen darin bestehe, als Kind Gottes zu leben. Gott an die Seite zu schieben und die Erfahrung der Sünde im Leben des Einzelnen verleiteten dazu, diese Gotteskindschaft zu vergessen. Den Mut, zum Glauben zu stehen und die Gotteskindschaft voller Überzeugung zu leben, werde durch die Gnade Gottes möglich.

„Der Heilige Geist wirkt in uns dieses neue Sein als Kinder Gottes. So ist die Gotteskindschaft das größte Geschenk des Ostergeheimnisses. Gott nimmt uns als Kinder an, er liebt uns, auch dann, wenn wir Fehler machen.“ Die Beziehung zu Gott als seine Kinder sei nicht einfach ein Schatz, der im Leben nur zu hüten wäre; sie müsse vielmehr wachsen und Tag für Tag genährt werden „durch das Hören des Wortes Gottes, durch das Gebet und die Teilnahme an den Sakramenten, insbesondere der Beichte und der Eucharistie.“

„Nur wenn wir als Gottes Kinder leben und spüren, wie er uns liebt, dann wird unser Leben neu, unbeschwert und voller Freude. Gott ist unsere Stärke; Gott ist unsere Hoffnung!“, so der Papst.

Die Christen müssten selber sichtbare Zeichen der Hoffnung sein. Christ sein heiße nicht bloß, die Gebote zu befolgen, sondern in Christus zu sein, „denken, handeln, lieben wie Christus“ und zuzulassen, dass der Herr vom Leben eines jeden Besitz ergreife und es verwandele und frei mache vom Dunkel des Bösen und der Sünde. „So wollen wir unseren Mitmenschen den auferstandenen Christus bringen: durch die Verkündigung seiner Botschaft und mehr noch durch ein christliches Leben, ein Leben als Auferstandene", forderte der Papst auf.

„Christus ist gestorben und auferstanden, um uns zu Kindern Gottes zu machen. Wir wollen den Menschen um uns die Freude, Gottes Kinder zu sein, weiterschenken."

Zum Abschluss der Generalaudienz gedachte der Papst der Opfer des Erdbebens im Iran. „Ich bete für die Opfer und das betroffene Volk“, versicherte Franziskus. Durch das Erdbeben im Süden des Iran sind am Dienstag nach jüngsten Angaben 37 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 800 wurden verletzt. Das Beben ereignete sich in der Nähe des iranischen Atomkraftwerks Bushehr.

Seinen ersten öffentlichen nicht-italienischen Gruß richtete der Papst an die Mitglieder des Fußballclubs San Lorenzo aus Buenos Aires, seinem früheren Erzbistum. Ihr Besuch sei „sehr wichtig“, sagte er auf Spanisch. Bislang hatte der Papst alle, auch die spanischsprachigen Pilger, nur auf Italienisch begrüßt. Die vielsprachigen Ostergrüße bei dem weltweiten Segen Urbi et Orbi am Ostersonntag (unter Benedikt XVI. in über 60 Sprachen) waren vollständig entfallen.

[Für die deutschsprachigen Pilger wurden folgende Grüße verlesen:]

Sehr herzlich grüße ich die Pilger deutscher Sprache, vor allem die vielen jungen Freunde, insbesondere die Schulgruppen aus Münster und Dießen. Vielen Dank auch für die Musik. Christus ist gestorben und auferstanden, um uns zu Kindern Gottes zu machen. Wir wollen den Menschen um uns die Freude, Gottes Kinder zu sein, weiterschenken. Wenn wir in Christus leben, dann sind wir wirklich frei und erhalten Kraft für die Mühen des Alltags. Der Herr segne euch alle.

[© 2013 – Libreria Editrice Vaticana]