Franziskus: Jesus hat uns nicht verlassen, er ist näher bei uns

Generalaudienz über den Satz des Credo: "Aufgefahren in den Himmel"

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 695 klicks

In der Katechese während der Generalaudienz mit mehr als 100.000 Gläubigen auf dem Petersplatz sprach der Heilige Vater Papst Franziskus über die Himmelfahrt Christi. Er bezog sich damit auf den Satz des Glaubensbekenntnisses: „Aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters.“

„Heute wollen über den Satz im Großen Glaubensbekenntnis nachdenken, in dem es heißt: Jesus Christus ist „aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters.“ Das Leben Jesu kulminiere in der Himmelfahrt, bei der er von dieser Welt zum Vater gehe. Der Weg in die Herrlichkeit des Vaters führe Jesus allerdings über das Kreuz, über den Gehorsam gegenüber dem Plan Gottes, der den Menschen die Liebe des Schöpfers offenbare.

Zwei Aspekte würden aus dem Himmelfahrtsbericht deutlich; erstens vollziehe Jesus hier eine priesterliche Geste, er segne. Jesus sei am Gipfel angekommen und er ziehe einen hoch, wenn man sich an ihn binde und ihm das Leben anvertraue.

Der zweite Aspekt bestehe in der Freude, die die Jünger nach der Himmelfahrt verspürten. „Die Freude ist angesichts der Trennung eigentlich paradox. Aber mit den Augen des Glaubens verstehen die Jünger, dass Jesus jetzt auf tiefere Weise immer bei ihnen bleibt. Betrachten wir das Geheimnis der Herrschaft Jesu, um von ihm die Kraft zu erhalten, das Evangelium in unserem Alltag zu bezeugen.“

Jesus Christus sei auf eine neue Weise lebendig in der Mitte der Gläubigen. Er sei nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden: „Die Gegenwart Christi durchdringt Zeiten und Räume. Er bleibt jedem von uns nahe. In der Gemeinschaft mit ihm und mit den Brüdern und Schwestern vermögen wir den Glauben täglich zu leben und die Herrschaft der Liebe Gottes zu den Menschen zu bringen.“

Die Menschen müssten sich dieser neuen Lebendigkeit bewusst sein und sie in ihr eigenes Leben übertragen: „Auch wir müssen uns in unserem christlichen Leben im Klaren sein darüber, dass das Eintreten in die Herrlichkeit Gottes die tägliche Treue seinem Willen gegenüber voraussetzt, auch wenn das Opfer mit sich bringt, auch wenn das manchmal erfordert, dass wir unser Programm ändern.“

Die Himmelfahrt Jesu sei konkret auf dem Ölberg geschehen, genau an dem Ort, an dem er sich vor seinem Leiden im Gebet zurückgezogen hatte, um in enger Einheit mit dem Vater zu sein. „Wir sehen also, dass das Gebet uns die Gnade gibt, dem Plan Gottes gegenüber in Treue zu leben,“ erklärte Franziskus.

Durch die Himmelfahrt und die tröstende Anwesenheit Christ im Leben der Kirche werde auch deutlich, dass er nicht nur unser Richter beim Jüngsten Gericht sein werde, sondern auch unser Anwalt. Wenn einer zum Richter gerufen oder angeklagt werde, gehe er als erstes zu einem Anwalt, damit der ihn verteidige. In Christus habe man jemanden, der einen immer verteidige, vor den Einflüsterungen des Teufels, vor einem selber und vor den eigenen Sünden.

„Liebe Brüder und Schwestern, wir haben in Jesus einen Anwalt – zögern wir nicht, zu ihm zu gehen, um ihn um Vergebung zu bitten, um seinen Segen, sein Erbarmen. Er vergibt uns immer, er ist unser Anwalt, er verteidigt uns immer. Vergessen wir das nicht!“, schloss der Heilige Vater.

[Für die deutschsprachigen Pilger wurden folgende Grüße verlesen:]

Von Herzen grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache, insbesondere die „Marianische Männerkongregation Regensburg“. Christus hat uns den Zugang zum Vater erschlossen. Vertrauen wir uns ihm an, vergessen wir seine großherzige Gegenwart in unserem Alltag nicht. Lassen wir uns von seiner Liebe erneuern. Euch allen wünsche ich eine frohe Osterzeit.

 [© 2013 – Libreria Editrice Vaticana]