Franziskus: Setzt eure Haut und euer Herz aufs Spiel!

Nicht Verwalter oder Zwischenhändler, sondern Mittler sein

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1260 klicks

Das Chrisam-Öl wird im Laufe des liturgischen Jahres bei der Taufe, der Firmung, der Priesterweihe und Bischofsweihe, bei der Weihe eines Altars, einer Kirche, eines Kelches und einer Kirchenglocke benutzt. Das Kranken-Öl wird für die Krankensalbung verwendet, und das Katechumenenöl wird denen gespendet, die sich auf die Taufe vorbereiten,.

Zu Beginn begrüßte der Papst alle Anwesenden, besonders die Priester, denen er nahelegte, das Versprechen ihrer Priesterweihe von ganzem Herzen zu erneuern.

In seiner Predigt ging der Heilige Vater zunächst auf die Segnung der „Salbungen“, des Katechumenenöls und des Öls für die Krankensalbung ein und hob hervor, dass man den Begriff des „Gesalbten“ der Heiligen Schrift entnehmen können. Dort werde er auf Jesaja, König David und Christus angewandt. Der „Gesalbte“ sei jener, der das „Sein für“ personifiziere. Das Öl der Salbung fließe, wie die Schrift beschreibe, auf Aron herab, dann auf seinen Bart und dann auf sein Gewand, das symbolisch für das ganze Universum stehe.

Auf diesem Gewand des Hohepriesters seien auch Edelsteine eingefasst, darunter ein Onyx, auf dem die Namen der Söhne Israels eingraviert waren. Die Steine auf seiner linken und rechten Schulter seien mit jeweils sechs Namen geziert, seine Brustplatte habe zwölf Steine als Symbol der zwölf Stämme Israels. Wie bei diesem Vorläufer des heutigen Messgewandes nehme der Priester beim Gottesdienst so sein ganzes Volk „auf seine Schultern“.

Die Schönheit der Gewänder sei nicht nur „Verzierung und Freude am Schönen“, sondern bereits irdische Gegenwart der Herrlichkeit Gottes. So diene auch das Öl nicht nur dazu, den Menschen „duftend“ zu machen, vielmehr helfe es, die Armen, Kranken und Gefangenen zu stärken.

„Die Salbung, liebe Brüder, ist nicht dafür da, uns selber in Duft zu hüllen, und erst recht nicht, damit wir sie in einer Ampulle aufbewahren, denn das Öl würde ranzig… und das Herz bitter."

„Den guten Priester erkennt man daran, wie sein Volk gesalbt wird“, so Papst Franziskus. „Die Leute mögen es, wenn das Evangelium so gepredigt wird, dass man die Salbung spürt, sie mögen es, wenn das Evangelium, das wir predigen, ihr Alltagsleben erreicht, wenn es wie das Salböl Aarons bis an den ‚Saum' der Wirklichkeit hinabfließt. Und wenn sie spüren, dass der Duft des Gesalbten schlechthin, der Duft Christi, durch uns zu ihnen kommt, fühlen sie sich ermutigt, uns all das anzuvertrauen, von dem sie möchten, dass es den Herrn erreiche: ‚Beten Sie für mich, Pater, denn ich habe dieses Problem', ‚segnen Sie mich, Pater", ‚beten Sie für mich' – das sind Zeichen dafür, dass die Salbung am Saum des Gewandes angekommen ist, denn sie wird in Bittgebet verwandelt, in Bittgebet des Gottesvolkes', so Franziskus.

Als Priester sei man dazu berufen hinauszugehen, um seine Salbung zu erproben und ihre erlösende Macht und Wirksamkeit zu erfahren. Diese Erfahrung sei nicht „Selbsterfahrung“, sondern die Erfahrung des Herrn. „Selbsthilfekurse können im Leben nützlich sein; ein Leben, das von einem Kurs zum anderen geht, führt dazu, Pelagianer zu werden,“ warnte der Heilige Vater.

Es gebe Priester, die wenig salbten. Diese würden zu Verwaltern anstelle von Mittlern. Der Zwischenhändler oder Verwalter habe aber bereits seinen Lohn erhalten. Sie erhielten keinen liebvollen Dank, der von Herzen komme. „Ihr müsst eure eigene Haut und euer Herz aufs Spiel setzen!“

Schließlich betete der Papst für die Priester, dass „der Geist der Heiligkeit“ ihre Herzen berühre, damit sie auch in alle „Randgebiete“ vorstoßen könnten.

„Mögen die uns anvertrauten Menschen uns als Jünger des Herrn empfinden.“