Franziskus: Wahrheit ist nicht nur Übereinstimmung

Generalaudienz auf dem Petersplatz

Rom, (ZENIT.org) | 575 klicks

Die Frage der Wahrheit stand im Zentrum der Katechese von Papst Franziskus bei der heutigen Generalaudienz auf dem Peterplatz. Er zitierte unter anderem auch den Begriff der „Diktatur des Relativismus“ von Benedikt XVI.

[Wir dokumentieren die offizielle deutsche Zusammenfassung der Katechese:]

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Liebe Brüder und Schwestern, heute wollen wir der Frage nachgehen, wie der Heilige Geist in der Kirche und in jedem von uns wirkt. Jesus verheißt seinen Jüngern, dass der Heilige Geist sie „in die ganze Wahrheit einführen“ (Joh 16,13) wird. Benedikt XVI. hat oft auf die Gefahr des Relativismus hingewiesen, einer Haltung, die meint, es gäbe nichts Sicheres, Wahrheit sei nur Produkt der Übereinstimmung oder des eigenen Willens. Schon Pilatus fragte Jesus: „Was ist Wahrheit?" Er erkannte die Wahrheit nicht, und doch stand mit Jesus die Mensch gewordene Wahrheit vor ihm. Der Sohn Gottes ist für uns „Fleisch geworden“ (Joh 1,14), hat unter uns gelebt, damit wir die Wahrheit in Person erkennen können. Diese Erkenntnis schenkt uns der Heilige Geist. Er führt uns „zur“ Wahrheit und „in“ die Wahrheit, indem er uns innerlich erleuchtet und belebt. Wie kann das Licht des Heiligen Geistes in uns zum Leuchten gebracht werden? Drei konkrete Dinge möchte ich empfehlen: betrachten wir die Heilige Schrift, studieren wir den Katechismus und empfangen wir regelmäßig die heiligen Sakramente. Dies alles soll durch das Gebet getragen sein. So öffnen wir dem Heiligen Geist unser Herz, und er macht uns zu authentischen Christen und treuen Jüngern des Herrn.

[Für die deutschsprachigen Pilger wurden folgende Grußworte auf Italienisch verlesen:]

Einen herzlichen Gruß richte ich an alle Pilger deutscher Sprache, insbesondere an die Neugetauften aus dem Bistum Magdeburg. In den neun Tagen vor dem Pfingstfest führen wir uns vor Augen, wie die Apostel vereint mit Maria, der Mutter des Herrn, um den Heiligen Geist gebetet haben. Auch wir wollen uns in diesen Tagen mit Maria und der ganzen Kirche verbinden, um diese wunderbare Gabe des Trostes und der Stärke für unseren Glauben zu erflehen. Gott segne euch alle.

[© 2013 – Libreria Editrice Vaticana]