Frauen und katholische Kirche

Ein Buch von Regina Nagel

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 548 klicks

Auf dem Rückflug von seiner Reise nach Brasilien im Juli 2013 beantwortete Papst Franziskus Fragen der anwesenden Journalisten. Eines der angesprochenen Themen befasste sich mit der Rolle der Frau in der katholischen Kirche.

Papst Franziskus sprach sich damals klar gegen das Frauenpriestertum aus. Diese Frage habe bereits Johannes Paul II. in „definitiver Form“ entschieden. Ausdrücklich befürwortete der Papst aber eine stärkere Beteiligung der Frauen in der katholischen Kirche.

Bereits 2012 hatte Regina Nagel, Wirtschaftspsychologin und Gemeindereferentin, eine bundesweite Befragung zum selben Thema durchgeführt. Über 200 Pastoral- und Gemeindereferentinnen beteiligten sich an der Befragung, deren Ergebnis nun in dem Buch „Frauen und Führung in der katholischen Kirche. Erfahrungen, Einstellungen, Interessen und Kompetenzen von Frauen im pastoralen Dienst. Eine empirische Studie. Gesellschaft und Kirche – Wandel gestalten“, Band 2 vom Paulinus-Verlag veröffentlicht wurde. Die Befragten gaben beispielsweise an, dass so, wie die Dinge heute liegen, „unzählige Kompetenzen und Begabungen verloren“ gingen. „Diese würden in der gegenwärtigen Situation pastoral und spirituell dringend gebraucht.“

Regine Nagel kommt in dem von ihr veröffentlichten Band zu dem Ergebnis, dass sich die Seelsorgerinnen ihrer Führungskompetenzen durchaus bewusst seien und sie in die Reformprozesse innerhalb der Kirche einbringen möchten. Als problematisch betrachteten viele Frauen dabei die ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Sie interessiere weniger eine Frauenquote als vielmehr ein neuer Ansatz, um „die Rollenarchitektur und die Organisation der Kirche bezüglich der Teilhabe theologisch neu zu durchdenken und substantiell zu reformieren.“

Papst Franziskus wies während des Gesprächs mit den Journalisten im letzten Sommer ferner darauf hin, dass Frauen weder auf die Mutterrolle noch auf Leitungspositionen in der Caritas oder Tätigkeiten als Katechetinnen reduziert werden dürften. Vielmehr solle man einen Schritt weitergehen und eine „profunde Theologie der Frau“ entwickeln, die der Frau und ihrer Rolle in der katholischen Kirche gerecht werde.