Freigelassen: Indischer Christ war wegen seines Glaubens in Saudi-Arabien verhaftet worden

Brian Savio O’Connor in Bombay gelandet

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RIAD/BOMBAY, 3. November 2004 (ZENIT.org) – Brian Savio O’Connor, ein indischer Christ, war vor mehr als sieben Monaten in Saudi-Arabien wegen seines Glaubens festgenommen worden. Am vergangenen Montag wurde er in Riad aus dem Gefängnis entlassen und aus dem Land ausgewiesen.


Brian Savio O’Connor ist 36 Jahre alt. Er stammt aus Karnataka im Südosten von Indien. „Middle East Concern“ (MEC), eine Gesellschaft, die sich für Christen im Mittleren Osten einsetzt, hat seine Geschichte seit Monaten mitverfolgt.
O’Connor ist Protestant und wurde am 25. März 2004 in Riad von der saudi-arabischen Polizeieinheit für religiöse Angelegenheiten „Muttawa“ aufgegriffen, gefoltert und mit dem Tod bedroht, sollte er seinem Glauben nicht abschwören.

Am 15. September wurde ihm seine Anklage in vier Punkten vorgelegt: Alkoholbesitz, Geldeinnahmen durch Alkoholverkauf, Besitz von pornographischen Videos und Besitz von Bibeln für missionarische Zwecke.

Der Angeklagte, seine Familie und MEC haben diese Anklagepunkte kategorisch zurückgewiesen, ebenso seine saudi-arabischen Arbeitgeber. Sie stellten klar, dass Brian bei sich zu Hause einige Bibeln besaß, darunter auch eine in arabischer Sprache. Zudem versammelte sich in seiner Wohnung eine Gruppe unterschiedlicher Nationalitäten zum Bibelstudium. Alle hielten sich aus beruflichen Gründen in Saudi-Arabien auf.
Brian bestätigte, dass Bibelstudium und Gebet in seiner Wohnung stattfanden. Die offizielle Genehmigung der saudi-arabischen Behörden für Nicht-Muslime, ihren Glauben privat auszuüben, habe dazu den Anstoß gegeben.
Am 20. Oktober 2004 wurde O´Connor vor Gericht zu 10 Monaten Gefängnis und 300 Stockhieben wegen Alkoholverkauf verurteilt. „Überraschenderweise“, betonte „Asia News“, seien die anderen Anklagepunkte nicht wieder erhoben worden.

O’Connor legte daraufhin Berufung ein und bat um Revision. Zuvor war er darauf hingewiesen worden, dass sich die Strafe verschärfen würde, wenn er in letzter Instanz für schuldig befunden würde.

Die indische Bewegung für Menschenrechte und Religionsfreiheit ist „begeistert“ über die Freilassung von Brian Savio O’Connor. So teilte der indische Menschenrechtler John Dayal mit, der sich stark für die Rechte von Minderheiten einsetzt.

O’Connors bedingungslose Freilassung – alle gegen ihn erhobenen Anklagen wurden fallengelassen – geschah nach einer internationalen Solidaritätskampagne die von Dayal organisiert wurde. Er ist Vorsitzender der Organisation „All India Catholic Union“, die 16 Millionen katholische Inder vertritt, und Generalsekretär von „All India Christian Council“, das für Christen verschiedener Konfessionen eintritt.
Im Juni 2004 schrieb Dayal dem saudischen König Fahd bin Abdulaziz Al Saud. Er bat um einen gerechten Prozess für seinen Landsmann. Nach Bekanntmachung des Schuldspruchs vom 26. Oktober bat er erneut um die Begnadigung für O’Connor.

Am 1.November schließlich konnte dieser nach Bombay ausfliegen. Dort wurde er von seinen Freunden herzlich empfangen. Während der sechsmonatigen Haft waren sein Vater und seine Schwester verstorben. Brian Savio O’Connor arbeitete seit April 1998 in der Gepäckabteilung von Saudia Airlines.
Anlässlich der Freilassung von O’Connor rief Dayal die indische Regierung auf, „indischen Bürgern, die auf Grund von falschen Beschuldigungen im Ausland festgenommen wurden, mit größerem Einsatz beizustehen.