Frère Alois, Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, als Sondergast bei der Synode

Die Ökumene des Gebets soll in keiner Weise eine oberflächliche Toleranz fördern

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VATIKANSTADT, 18. Oktobe 2012 (ZENIT.org). – Während der 14. Generalkongregation der Bischofssynode am Dienstag, dem 16. Oktober, sprach als Sondergast Frère Alois, Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé (Frankreich) über die Ziele der ökumenischen Begegnung in seiner Gemeinschaft. Gestützt auf die These, dass die Spaltung der Christen ein Hindernis für die Weitergabe des Glaubens ist, stellte er heraus, die Ökume des Gebets solle aber in keiner Weise eine oberflächliche Toleranz fördern, die Treffen seien einzig und allein auf die Suche nach einer persönlichen Begegnung mit Gott und auf die Erfahrung der Gemeinsamkeit ausgerichtet.

[Wir veröffentlichen den zusammengefassten Redebeitrag in einer Arbeitsübersetzung des Heiligen Stuhls:]

Wir in Taizé versuchen mit all unserer Kraft den Tausenden junger Katholiken, Protestanten und Orthodoxen, die aus verschiedenen Ländern zu uns kommen und bei uns leben, zu helfen, Gemeinschaft zu erleben. Die von uns auf verschiedenen Kontinenten geförderte „Wallfahrt des Vertrauens auf der Erde”, hat nur dieses Ziel.

Unsere Treffen sind einzig und allein auf die Suche nach einer persönlichen Begegnung mit Gott ausgerichtet, durch die Schönheit der Gesänge, das Schweigen, die Einfachheit der Liturgie. Diese Ökumene des Gebets soll in keiner Weise eine oberflächliche Toleranz fördern, sondern das aufmerksame innige gegenseitige Zuhören und einen authentischen Dialog.

Die Spaltung der Christen ist ein Hindernis für die Weitergabe des Glaubens. Für die jungen Menschen von heute wird, irgendwann einmal, die Suche nach Gemeinsamkeit unerlässlich. Wenn wir gemeinsam Christus bekennen, hat das Evangelium in den Augen derer, die Schwierigkeiten mit dem Glauben haben, eine ganz andere Leuchtkraft.

Wir in Taizé wollen die jungen Menschen nicht bei uns behalten, wir möchten sie in die Kirche eingliedern. Wenn doch die Ortskirchen, die Pfarreien, die Gemeinschaften, die Gruppen vor allem Orte der Gemeinsamkeit wären! Orte, in denen man den jungen Menschen Vertrauen entgegenbringt, in denen man sich gegenseitig unterstützt, doch auch Orte, in denen man sich mehr den Schwachen widmet, denen, die unsere Ideen nicht teilen ... Die Hoffnung und der Glaube können nur dann entstehen, wenn es eine Erfahrung der Gemeinsamkeit gibt.