Friedensappell Benedikts XVI. findet in Kenia Gehör

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ROM/NAIROBI, 9. Januar 2008 (ZENIT.org).- Die gewalttätigen Ausschreitungen in Kenia sind weniger geworden, aber die Zahl der Vertriebenen und Obdachlosen ist gestiegen. Das erklärte Pater Martin Wanyoike, Pressesprecher der Kenianischen Bischofskonferenz und Leiter des Radiosenders „Waumini“, im Gespräch mit dem Informationsdienst SIR der Italienischen Bischofskonferenz.



Die Botschaft, die Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone SDB im Namen des Heiligen Vaters dem Vorsitzenden der Kenianischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Nairobi, Kardinal John Njue, zukommen ließ, ist nach Worten von P. Wanyoike in allen großen Zeitungen des Landes abgedruckt worden.

Benedikt XVI. hatte versichert, dass er um ein rasches Ende des Konflikts bete, der bisher rund 600 Tote gefordert hat. Allen Opfern hatte er seine besondere Verbundenheit bekundet.

In dem Schreiben, das am Samstag veröffentlicht wurde, heißt es außerdem, dass der Papst „von ganzem Herzen hofft, dass diese geliebte Nation, deren Erfahrung von Ruhe und sozialer Entwicklung in der gesamten krisengeschüttelten Region ein Element der Stabilität darstellt, so schnell wie möglich die Gefahr eines ethnischen Konflikts von sich weist“.

Der Bischof von Rom bete „für ein unverzügliches Ende der Gewalttätigkeiten und des brudermörderischen Konflikts“ und fordere die politisch Verantwortlichen dazu auf, „entschlossen den Weg des Friedens und der Versöhnung einzuschlagen, da das Land einen Frieden nötig hat, der auf Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit basiert“.

Abschließend weist Kardinal Bertone darauf hin, dass sich die gegenwärtigen Schwierigkeiten nach Ansicht Benedikts XVI. nur „auf dem Weg des Dialogs und der demokratischen Debatte“ lösen lassen.

Christen, Muslime und Hindus riefen am 6. Januar die kenianische Bevölkerung dazu auf, für den Frieden zu beten. Der gemeinsame Appell wurde über lokale Radio- und Fernsehsender der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Am Montag bekräftigte Benedikt XVI. beim traditionellen Neujahrsempfang für das beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomatische Corps seinen Friedensappell für Kenia. Vor den Vatikan-Botschaftern betonte er zudem, dass der Friede „nicht nur ein einfaches Wort oder eine illusorische Erwartung“ bleiben dürfe.

„Frieden ist eine Verpflichtung und ein Lebensstil, der es erforderlich macht, dass den berechtigten Erwartungen aller Genüge getan wird.“ Konkret gehe es dabei um den Zugang jedes Menschen zu Nahrung, Wasser, Energie, Medizin und Technologie, aber auch darum, das Problem des Klimawandels in den Griff zu bekommen.