Friedensgebet vom 6. bis 8. September in Krakau

Mit Hirten der Weltreligionen, Staatsoberhäuptern und Vertretern der Kultur

| 1928 klicks

ROM, 17. August 2009 (ZENIT.org).- Das Gedenken an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren und an den Fall der Berliner Mauer und der kommunistischen Regime in Osteuropa vor 20 Jahren sind der Grund für die Einladung von Kardinal Stanislaw Dziwisz, des Erzbischofs von Krakau, und der Gemeinschaft Sant'Egidio, den Geist von Assisi Anfang September in Krakau neu zu wecken und in die Welt hinauszutragen. Hirten der Weltreligionen, Staatsoberhäupter und Vertreter der Kultur werden deshalb vom 6. bis zum 8. September zu einem großen Friedensgebet in Krakau zusammenkommen.

Der Geist des ersten großen Friedensgebets wird auf diese Weise in Polen neu lebendig, und zwar in jener Stadt, in der Papst Johannes Paul II. seine kulturelle, menschliche und spirituelle Prägung erfuhr.

Hochrangige Vertreter der großen Religionen begegnen sich an einem Kreuzungspunkt der europäischen Geschichte. Sie werden zu einer Pilgerreise zum Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau aufbrechen, die im Hinblick auf Anzahl und Bedeutung der Teilnehmer einzigartig sein wird. Damit soll ein Zeichen der Versöhnung und des Friedens gesetzt und die radikale Ablehnung von Gewalt und Krieg als Mittel zur Lösung internationaler Konflikte zum Ausdruck gebracht werden.

Das Treffen bietet eine besondere Gelegenheit, in der Stadt, in der Johannes Paul II. die dramatischen Kriegsjahre verbrachte und durch die Bekanntschaft mit einem jüdischen Freund die Erfahrung des Dialogs erlebte, auf über 20 Jahre eines von ihm initiierten Dialogs zurückzublicken. Wahrscheinlich waren gerade seine Jahre in Krakau grundlegend für die Intuition und den Traum, der im historischen Weltgebetstag für den Frieden am 27. Oktober 1986 in Assisi Wirklichkeit wurde. Alle Religionen der Erde waren eingeladen, Gott anzurufen und ihn um Frieden für eine Welt zu bitten, die durch tiefe Wunden der Spaltungen und Kriege gezeichnet war.

In der schwierigen Zeit der Wirtschaftskrise und regionaler Konflikte, die die Menschen verunsichern, verängstigen und entwurzeln, werden die Religionen im Dialog spirituelle Energien für eine Welt freisetzen, die ohne Visionen und somit auch ohne Zukunft ist.

Neben Kardinal Dziwisz werden über zehn Kardinäle an dem Treffen teilnehmen, darunter die Kardinäle Rylko, Sandri, Sepe, Sistach, Poupard, Glemp, Macharski, Shirayanagi und McCarrick sowie der griechisch-melkitische Patriarch von Antiochien, Gregorios III. Laham. Die orthodoxen und altorientalischen Kirchen werden zahlreich vertreten sein. Unter ihnen werden zwei Zeugen für das Leid im Nahen Osten und in Afrika erwartet: Seine Heiligkeit Karekine II., Oberster Patriarch und Katholikos aller Armenier, und Seine Heiligkeit Abuna Paulos, Patriarch der Orthodoxen Kirche Äthiopiens, der sieben Jahre im Gefängnis verbrachte. Es wird auch der Gastgeber des letzten interreligiösen Treffens anwesend sein, Seine Seligkeit Chrysostomos II., Erzbischof von Neo Justiniana und ganz Zypern.

Erwartet werden darüber hinaus zahlreiche Christen aus vielen Teilen der Welt, Mitglieder der internationalen christlichen Organisationen sowie Vertreter der Weltreligionen. Neben Dr. Ishmael Noko, dem Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, werden auch der Oberrabbiner von Israel, Yona Metzger, und Shear-Yashuv Cohen, der Oberrabbiner von Haifa, an dem Gebetstreffen teilnehmen, genauso wie bedeutende islamische Vertreter aus Indonesien, Indien, Ägypten, Marokko, der Türkei, dem Libanon, der Elfenbeinküste und aus Katar. Auch bedeutende Vertreter des Buddhismus und des Hinduismus werden erwartet.