Friedensinitiative: Kirchen eröffnen „Fürspracheforum“ für das Heilige Land

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AMMAN, 22. Juni 2007 (ZENIT.org).- Während der Konferenz des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Amman, Jordanien, ist eine neue ökumenische Fürspracheinitiative ins Leben gerufen worden. Sie soll den Kirchen weltweit ein Forum bieten, um sich für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel einzusetzen.



Unter dem Namen „Ökumenisches Forum für Palästina und Israel“ soll die Initiative ein Instrument bieten, um „neue und bestehende kirchliche Fürsprachearbeit für den Frieden zu inspirieren und zu koordinieren“. Ziel der Initiative ist „die Beendigung der rechtswidrigen Besetzung in Übereinstimmung mit den UN-Resolutionen“. Sie ist Ausdruck des Engagements der Kirchen „in interreligiösen Aktionen für Frieden und Gerechtigkeit im Dienst aller in der Region lebenden Menschen“, heißt es in einer entsprechenden Erklärung.

In seinem Schlusswort an die über 130 Vertreter von Kirchen und christlichen Organisationen aus sechs Kontinenten, die an der Konferenz unter dem Motto „Kirchen gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit im Nahen Osten“ (18. - 20. Juni) teilgenommen haben, erklärte ÖRK-Generalsekretär Pfr. Dr. Samuel Kobia, das Forum werde eine „partizipatorische Gruppe von Kirchen und Organisationen [sein], die zusammentreffen, zusammenwirken und zusammenarbeiten, um eine gemeinsame Sache voranzubringen“.

Bischof Munib Younan, Oberhaupt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land, drückte die Hoffnung aus, „dass Kirchen auf der ganzen Welt klar und deutlich ihre Meinung sagen und uns in aktiver Solidarität unterstützen angesichts dieses tragischen Konflikts, der das palästinensische Volk in Leid und Verzweiflung und die israelische Bevölkerung in Angst und Schrecken leben lässt, und der nur durch einen gerechten Frieden beendet werden kann“.

Im Aufruf von Amman (englische Fassung), dem Gründungsdokument des Forums, wird darauf hingewiesen, dass in Palästina und Israel „Kinder Gottes – Christen, Muslime und Juden – in einem immer dichter werdenden Kreislauf von Gewalt, Demütigung und Verzweiflung gefangen sind“. Gleichzeitig wird die Aufgabe der Kirchen hervorgehoben, „zu heilen und alle Seiten zur Versöhnung zu führen“.

Das Palästina/Israel-Forum wird von drei grundlegenden Imperativen geleitet: dem ethischen und theologischen Imperativ zu einem gerechten Frieden; dem ökumenischen Imperativ zur Einheit im Handeln; und dem Imperativ des Evangeliums zu großzügiger Solidarität. Zu den vorrangigen Aufgaben des Forums gehört es, „alle Völker dieses Landes aus der Logik von Hass, gegenseitiger Ablehnung und Tod zu befreien, so dass sie im anderen das Antlitz und die Würde Gottes erkennen können“.