Froh in der Hoffnung: P. Cantalamessa predigt vor Benedikt XVI.

Dritte Adventspredigt für die Römische Kurie im Vatikan

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ROM, 21. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Auch wenn üblicherweise vom Glauben und vor allem von der Liebe die Rede sei, sollte man doch in erster Linie die Hoffnung nähren; jene göttliche Hoffnung, die nicht trügt. Das hob P. Raniero Cantalamessa OFM Cap. am Freitagvormittag während seiner dritten Adventpredigt in der Kapelle Redemptoris Mater des Apostolischen Palastes hervor.



Vor Papst Benedikt XVI. und den Mitarbeitern der Römischen Kurie ging der Prediger des Päpstlichen Hauses zunächst ausführlich auf die Person Jesu Christi ein und beleuchtete die verschiedenen Sichtweisen, die man sich im Lauf der Geschichte bis hinein in die Gegenwart vom Sohn Gottes gemacht hat.

„Ohne Verankerung in Gott bleibt die Person Jesu schemenhaft, unwirklich und unerklärlich“, bekräftigte der Kapuzinerpater mit R. Schnackenberg einen Gedanken, den Benedikt XVI. in seiner Jesus-Biographie aufgreift, um anschließend zu erklären: „Das ist auch der Konstruktionspunkt dieses meines Buches: Es sieht Jesus von seiner Gemeinschaft mit dem Vater her, die die eigentliche Mitte seiner Persönlichkeit ist, ohne die man nichts verstehen kann und von der her er uns auch heute gegenwärtig wird.“ (S. 12)

Vom Christus des Evangeliums und des Glaubens kam P. Cantalamessa schließlich auf die christliche Hoffnung zu sprechen. Denn in der Hoffnung haben die Christen „einen sicheren und festen Anker der Seele, der hineinreicht in das Innere hinter dem Vorhang; dorthin ist Jesus für uns als unser Vorläufer hineingegangen“ (vgl. Hebr 6,17-20). Gott habe den Menschen seinen Sohn und mit ihm auch alles andere geschenkt. Das Geschenk des Sohnes ist nach Worten des päpstlichen Predigers „Unterpfand und Garant für alles andere, und vor allem für das ewige Leben. Wenn der Sohn zum Erben des Alls eingesetzt ist, so sind wir seine Miterben.“

Die christliche Hoffnung, das zentrale Thema von Spes salvi, der zweiten Enzyklika Benedikts XVI., erscheine neben den anderen beiden göttlichen Tugenden Glaube und Liebe wie ein kleines Kind, das von seinen großen Geschwistern in die Mitte genommen und mitgezogen werde, aber in Wirklichkeit sei es die treibende Kraft. Ohne ihr gerate alles aus dem Lot.

Der Prediger des Päpstlichen Hauses verglich die Hoffnung auch mit jenem „Faden von oben“, der das Spinnennetz, dieses „Meisterwerk an Symmetrie und Funktionalität“, zusammenhält. „Durchreißt man die seitlichen Fäden, so kommt die Spinne heraus, repariert den Schaden, und alles ist wieder in Ordnung. Reißt man aber jenen Faden durch, der von oben kommt (ich wollte es einmal kontrollieren und habe gesehen, dass es wahr ist), so fällt alles zusammen und die Spinne verschwindet, da sie weiß, dass nichts mehr zu machen ist. Dies ist ein Bild für das, was geschieht, wenn man den Faden, der von oben kommt und der die theologale Hoffnung ist, durchtrennt. Nur sie kann die menschlichen Hoffnungen in jener Hoffnung verankern, die nicht enttäuscht.“

Weihnachten diene dazu, die wahre Hoffnung zu erneuern und damit auch die wahre Freude: „Der Apostel sagt, dass die Gläubigen <I>spe salvi</I>, auf die Hoffnung hin gerettet sind (vgl. Röm 8,24) und dass sie deshalb <I>spe gaudentes</I>, in der Hoffnung fröhlich sein müssen (vgl. Röm 12,12). Nicht Menschen, die hoffen, glücklich zu sein, sondern Menschen, die glücklich sind zu hoffen; glücklich schon jetzt, einfach deshalb, weil sie hoffen.“

[Die vollständige Predigt ist bei ZENIT unter „Dokumente“ zu finden]