Fronleichnamsprozession mit Papst Benedikt XVI. in Rom

Die Eucharistie, „Zeichen des Widerspruchs“ und „Ruf zur Heiligkeit“

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ROM, 8. Juni 2007 (ZENIT.org).- Am Donnerstagnachmittag feierte Papst Benedikt XVI. die Heilige Messe zum Hochfest „Corpus Domini“ (Fronleichnam) auf dem Platz vor der Lateranbasilika. Im Anschluss an den Gottesdienst fand eine eucharistische Prozession statt, die von der Kirche des Bischofs von Rom zur Basilika Santa Maria Maggiore auf dem Esquilin führte.



Der Gang vorbei an den Häusern und durch die Straßen der Ewigen Stadt wollte nach Worten des Heiligen Vaters ein „Angebot der Freude, des unsterblichen Lebens, des Friedens und der Liebe“ sein, das sich an alle Menschen richte. Auf diese Weise werde Christus sozusagen in die Alltäglichkeit des menschlichen Lebens eingetaucht - „damit er geht, wo wir gehen, und damit er lebt, wo wir leben“.

Im Fest des Leibes und Blutes des Herrn wird, so Benedikt XVI., die bekennende Hinwendung zum eucharistischen Christus gefeiert. Aus ihr ergebe sich die Ablehnung der Gewalt und des Todes. Die innige Verbundenheit mit Gott vor der Eucharistie sei auch der Grund für die Verpflichtung zur Nächstenliebe und zum Einsatz für das Wohl der Mitmenschen.

Die Eucharistie werde zur Nahrung der Christen, während er „die Wüste dieser Welt durchquert, die von ideologischen und wirtschaftlichen Systemen ausgetrocknet worden ist, die das Leben nicht fördern, sondern vielmehr abtöten; einer Welt, in der mehr die Logik der Macht und des Habens vorherrscht als die des Dienstes und der Liebe; einer Welt, in der nicht selten die Kultur der Gewalt und des Todes triumphiert“. Dieser Kultur der Gewalt und des Todes stellte Benedikt XVI. das Geheimnis der Liebe Gotte entgegen, das in der Eucharistie gegenwärtig ist.

Die Realpräsenz Christi in der Eucharistie sei heute für viele ein schwer zu verstehendes Geheimnis und „Zeichen des Widerspruchs“, fuhr der Bischof von Rom fort. „Ein Gott, der Fleisch wird und sich selbst für das Leben der Welt aufopfert, lässt die Weisheit des Menschen in eine Krise geraten.“

Die Eucharistie ist nach Worten Benedikts XVI. ein „Ruf zur Heiligkeit und zur Selbsthingabe an die Brüder. Denn die Berufung eines jeden von uns besteht darin, mit Jesus zu sein, mit dem für das Leben der Welt gebrochenen Brot“. Die Möglichkeit, Jesus in der Eucharistie anzubeten, bedeute die Einladung, darüber nachzudenken, „dass Christus sich für die ganze Menschheit hingegeben hat“.

In diesem Sinn erläuterte Papst Benedikt: „Das Fest Fronleichnam will trotz der Hartherzigkeit unseres inneren Ohres dieses Klopfen des Herrn wahrnehmbar machen. Jesus klopft an die Türe unseres Herzens und bittet darum, eintreten zu dürfen - nicht nur für einen Tag, sondern für immer.“