Frühjahrs-Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Trier eröffnet

Themen: Zusammenwirken von Männern und Frauen im Leben und Dienst der Kirche, neues Gotteslob, Pille danach, Eucharistischer Kongress

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 940 klicks

Am heutigen Montag sind die deutschen Bischöfe zu ihrer Frühjahrsvollversammlung in Trier zusammengekommen. Das Treffen von 66 Oberhirten wird bis Donnerstag andauern. Angereist ist auch Kurienkardinal Walter Kasper, der mit den vier Kardinälen Karl Lehmann, Reinhard Marx, Joachim Meisner und Rainer Maria Woelki am bevorstehenden Konklave teilnehmen wird.

Im Vorfeld der Vollversammlung hatten sich mehrere Bischöfe gegenüber dem deutschen Boulevard-Blatt „Bild am Sonntag“ gestern in Maria Laach geäußert.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, bemerkte, der Rücktritt Papst Benedikts biete die Chance für einen  „Neuanfang“. Der Nachfolger Benedikts könne neue Akzente setzen, „unbelastet von den ‚Vatileaks‘, unbelastet von der Krise um die Piusbrüder“.

Bischof Stefan Ackermann bezeichnete den Rücktritt des Papstes als ein Schritt in Richtung Moderne.“

Für Bischof Karl-Heinz Wiesemann „geht eine Epoche zu Ende“.  Über den Rücktrittszeitpunkt erklärte er: „Jetzt konnte er noch in Freiheit zurücktreten. Später, vielleicht unter einer starken gesundheitlichen Beeinträchtigung, hätte es Spekulationen über die Freiheit einer Rücktrittsentscheidung gegeben. In diese Situation wollte er die Kirche nicht bringen.“ Das Petrus-Amt werde der Kirche in seiner Bedeutung noch einmal ganz neu bewusst. In einer Welt, „die immer weiter auseinanderzudriften droht, muss es jemanden geben, der sich um die Einheit sorgt.“ Es bestehe die Chance, dass die Weltkirche wieder mehr in den Mittelpunkt rücke.

Der Familienbischof Tebartz-van Elst zeigte sich „stolz darauf, dass der Papst ein Deutscher war", und ist davon überzeugt, dass Benedikts Amtszeit in wenigen Jahren als großes Pontifikat bewertet werde. Die deutschen Katholiken könnten sehr dankbar sein, dass sie einen Landsmann auf dem Stuhl Petri erleben durften.

Der Kölner Kardinal Meisner hatte im Vorfeld der Vollversammlung anlässlich der jüngsten Medienkampagnen [ZENIT berichtete] von einer sich vor allem jetzt auch in Deutschland und Europa ausbreitenden „Katholikenphobie“ gesprochen. Er steht damit auf einer Linie mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, dem ehemaligen Regensburger Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, der von einer durch die Medien künstlich erzeugten Wut gesprochen hatte, die von Nordamerika ausgehend jetzt auch Europa erreiche, und an eine Pogromstimmung gegen Katholiken erinnere [ZENIT berichtete]. Es gebe Attacken, deren Rüstzeug auf den Kampf der totalitären Ideologien gegen das Christentum zurückginge.

Auch dies wird neben den genannten Themen Inhalt der Gespräche während des Bischofstreffens sein. Kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt wurde das Thema der künstlichen Verhütung, die nach der Lehre der Kirche verboten, im Fall einer Vergewaltigung aber möglich ist, wenn ausgeschlossen werden kann, dass bereits eine Befruchtung stattgefunden hat, was dann einer Abtreibung gleichkäme.

Die Caritas-Arbeit und der Armutsbericht der Bundesregierung werden ebenso zu den Beratungen gehören wie der im Juni anstehende Eucharistische Kongress. Auch Inhalte des neuen Gebet-und Gesangbuchs „Gotteslob" sollen neben der Diskussion über das Zusammenwirken von Männern und Frauen in der Kirche vorgestellt werden.