Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Trier

Vorbereitungen für den nationalen Eucharistischen Kongress -- Zusammenfassung der Pressemitteilung

Rom, (ZENIT.orgDBK PM) Britta Dörre | 1388 klicks

Die katholische Kirche wird vom 5. bis 9. Juni 2013 den Eucharistischen Kongress unter dem Leitwort „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ (Joh 6,68) in Köln feiern. Die Großveranstaltung, deren Gastgeber das Erzbistum Köln ist, wird von der Deutschen Bischofskonferenz veranstaltet.

In einem Pressegespräch berichteten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, und Joachim Kardinal Meisner, der Erzbischof von Köln, sowie Pater Dr. Hans Langendörfer SJ, der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, und Msgr. Robert Kleine, der Sekretär des Eucharistischen Kongresses, über den aktuellen Stand der Vorbereitungen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, betonte in seinem Statement die Bedeutung der Eucharistischen Feier als „Quell- und Mittelpunkt des christlichen Lebens“. Das Zweite Vatikanische Konzil vor 50 Jahren habe die wegweisende Reform der Liturgie in der katholischen Kirche eingeleitet. „Es ging um eine Erneuerung der Liturgie aus der Mitte der Tradition und Geschichte heraus und auch darum, liturgisches Handeln verständlicher zu machen“, wie Erzbischof Zollitsch erläuterte. Aus diesem Grunde werde dem Thema Liturgie ein besonders breiter Raum zugemessen, so auch beim nächsten Gesprächsforum im September in Stuttgart.

Erzbischof Zollitsch stellte zwei Elemente heraus: „Für alle Gläubigen ist die Feier der Eucharistie der – wie ich eingangs sagte – Höhepunkt des Glaubenslebens. Das gilt in besonderer Weise für die Priester, die ja in der Eucharistiefeier in persona Christi handeln. Ich freue mich, dass wir während des Eucharistischen Kongresses einen ausdrücklich den Priestern gewidmeten Tag durchführen werden, um mit den Priestern theologisch auf das Geheimnis der Eucharistie zu schauen. Mir wird es dabei zufallen, diesen Tag zu eröffnen, der einer Vertiefung des priesterlichen Selbstverständnisses aber auch einer Vergewisserung des priesterlichen Alltags dienen soll. Ein zweites Element ist die Feier zum 50-jährigen Jubiläum von „Sacrosanctum Concilium“, die wir am Samstagnachmittag im Maternushaus begehen. Am Programm wird derzeit gearbeitet. Fest steht, dass wir mit hochrangigen Theologen auf die Wirkungsgeschichte der Konzilskonstitution schauen wollen und gleichzeitig fragen, wie es uns gelingen kann, dieses Schlüsseldokument für unser kirchlich-liturgisches Handeln in der heutigen Zeit noch mehr zu verlebendigen.“ 

Der Kongress sei eine Einladung, „einige Tage der inneren Betrachtung zu vollziehen, um sich wieder neu auf das Herzstück unseres christlichen Glaubens auszurichten und neue innere geistliche Kraft zu schöpfen“, so Erzbischof Zollitsch.

Verdeutlicht werde dieser Aspekt auch durch den „von vielen Gläubigen in den deutschen Bistümern mitgetragenen Weg der so genannten ,Münchner Monstranz', wie Erzbischof Zollitsch erläuterte. Die Monstranz, die von den Maltesern Deutschlands befördert wird, ist seit dem ersten Advent durch die deutschen Diözesen unterwegs. Erzbischof Zollitsch führte aus: „Wir vergegenwärtigen uns als Katholiken, dass der Herr in der Hostie verborgen unter uns ist. Dieses geistliche Moment soll nicht nur die Vorbereitung für den Eucharistischen Kongress prägen, sondern unterstreicht, was ich anfangs sagte: Wir brauchen Momente der Rückbesinnung auf das, was unseren Glauben ausmacht. Ich weiß es zu schätzen, dass Papst Benedikt XVI. uns den Sinn der Eucharistie in einer früheren Schrift schon eindringlich erläutert hat. Ihn möchte ich zum Abschluss zu Wort kommen lassen. Er schreibt: ,Denjenigen, der glaubend und betend an der Eucharistie teilnimmt, muss der Augenblick zuinnerst erschüttern, in dem der Herr hernieder steigt und Brot und Wein umwandelt, so dass sie nun sein Leib und sein Blut werden. Es kann gar nicht anders sein, als dass wir vor diesem Geschehen in die Knie sinken und ihn grüßen. Die Wandlung ist der Augenblick der großen ‚actio’ Gottes in der Welt für uns. Sie reißt unseren Blick und unser Herz hoch. Einen Augenblick schweigt die Welt, schweigt alles, und in diesem Schweigen ist Berührung mit dem Ewigen – treten wir für einen Herzschlag aus der Zeit heraus, in Gottes Mitsein mit uns hinein.’ (Papst Benedikt XVI.).“ 

Kardinal Joachim Meisner führte zum geplanten Ablauf aus: „Zunächst steht die Anbetung und Verehrung Christi im Mittelpunkt eines Eucharistischen Kongresses. Dabei geht es dann auch um den Austausch von Glaubenserfahrungen. In den Katechesen wird dazu die Möglichkeit geboten. Es werden weiterhin auch theologische Vorträge gehalten, zum Beispiel zur Eucharistischen Spiritualität, und Themenreihen, die Menschen wie Papst Benedikt XVI., den seligen Papst Johannes Paul II., die heilige Edith Stein oder die heilige Hildegard von Bingen und ihr Leben aus der Eucharistie ins Zentrum stellen.“

Die Bedeutung des Eucharistischen Kongresses und des Jahres des Glaubens betonte Kardinal Meisner besonders: „Hier können wir Orientierung erfahren und die Mitte unseres Glaubens (wieder-) finden – uns wieder der Gegenwart des Herrn und damit der Fülle Gottes gewiss werden, um aus ihr als Kirche und für die Menschen zu leben. Denn Christus hat uns nicht „etwas“, sondern sich selbst hinterlassen. Er ist bei uns alle Tage. Das wollen wir beim Eucharistischen Kongress, diesem Fest des Glaubens, feiern.“ 

Msgr. Robert Kleine drückte seine große Freude über die sich so zahlreich ankündigenden Pilger aus und gab einige Eckdaten zum Eucharistischen Kongress: „Unser Fest des Glaubens beginnt am Mittwoch, 5. Juni 2013 um 19 Uhr mit einem großen Eröffnungsgottesdienst im Kölner Tanzbrunnen auf der rechten Rheinseite, wo wir unter freiem Himmel die Hl. Messe feiern werden. Anschließend werden alle Mitfeiernden in einer Prozession mit dem Allerheiligsten über die Rheinbrücke zum Kölner Dom ziehen. Hier wird der Eucharistische Segen erteilt, und das Allerheiligste wird danach in die Kirche St. Mariä Himmelfahrt übertragen, wo dann rund um die Uhr die Möglichkeit zur ewigen Anbetung in Stille geben ist. Am Samstagabend sind alle Teilnehmer eingeladen zur „Nacht des Lichts“. In dieser Vigilfeier wird mit Gebet, Stille, Musik und Glaubenszeugnissen zur Aussetzung des Allerheiligsten und zur Eucharistischen Anbetung hingeführt. Am Sonntagmorgen feiern wir den Abschluss des Eucharistischen Kongresses mit einer Heiligen Messe im Kölner Rhein-Energie-Stadion. Das Pontifikalamt beginnt um 9.30 Uhr und wird live vom ZDF übertragen. Zu diesem Gottesdienst sind alle Gläubigen schon heute herzlich eingeladen!“

Das Programm werde von Kirchenführungen, Straßenexerzitien oder auch einem Pilgerweg durch Kölner Kirchen begleitet. Höhepunkt der Veranstaltung wird an allen Abenden gegen 22 Uhr im Kölner Dom die LUX EUCHARISTICA, „eine Form des Abendgebetes, bei der der Innenraum des Domes durch eine Lichtinstallation international renommierter Lichtkünstler in Farben und Formen getaucht wird“, sein. 

Der Eucharistische Kongress werde spezielle Veranstaltungen für Familien, Kinder und Jugendliche anbieten. Auch ein theologisches Begleitprogramm mit Vorlesungen deutschsprachiger Professorinnen und Professoren ist vorgesehen. Der Bereich „Kunst und Kultur“ werde ebenfalls mit einem umfassenden Kulturprogramm berücksichtigt. So stehen Konzerte geistlicher Musik, Lesungen, ein vielgestaltiges Filmprogramm und diverse Sonderausstellungen, wie zum Beispiel im KOLUMBA, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln, auf dem Programm. 

Msgr. Robert Kleine erklärte abschließend: „Für den Eucharistischen Kongress können sich bereits jetzt Dauerteilnehmer und Gruppen anmelden. … Ich hoffe, der Blick auf das Programm hat bei Ihnen Interesse geweckt, das sich auf die Gläubigen in unseren Diözesen und auf interessierte Menschen darüber hinaus überträgt. Alle sind herzlich eingeladen, vom 5. bis 9. Juni im gottesdienstlichen, im geistlichen, im kulturellem, im künstlerischen und im musikalischen Programm des Eucharistischen Kongresses gemeinsam die Mitte unseres Glaubens zu feiern.“