Fulrad von St. Denis (710-784)

Klostergründer und Abt in St. Denis

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 352 klicks

Fulrad von St. Denis zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten aus karolingischer Zeit. Er wurde um 710 in Andaldovillare, dem heutigen St. Hippoyte, im Elsass geboren. Seine Familie war sehr wohlhabend und pflegte enge Beziehungen zu den Karolingern. Erstmals wird Fulrad 749 erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits als enger Berater Pippin des Jüngeren (714-768) tätig. Pippin der Jüngere war ein Sohn Karl Martells (688-741) und der Vater Karls des Großen (747/748-814). Von Pippin hatte Fulrad gemeinsam mit dem Bischof von Würzburg, Burkard, den Auftrag erhalten, nach Rom zu Papst Zacharias (679?-752) zu reisen und die Absetzung des merowingischen Königs Childerich III. (720-737-755) zu erwirken.

Nach erfolgreicher Rückkehr wurde Fulrad im Jahr 750 die Abtwürde in der Königsabtei St. Denis verliehen. Im folgenden Jahr, 751, wurde Pippin in Soissons nach der Absetzung Childerichs III. zum neuen König ausgerufen. Fulrad wurde zum Vorsteher der Hofkapelle ernannt und war weiterhin, später auch für Karl den Großen, in diplomatischen Angelegenheiten tätig.

Papst Hadrian I. verlieh Fulrad den Titel „archipresbiter Franciae“, damit war Fulrad Primas des fränkischen Klerus.

Während seiner Amtszeit als Abt in St. Denis gelang es Fulrad, Klöster zurückzugewinnen und neue Gebiete hinzuzugewinnen. Viele Klostergründungen gehen auf Fulrad zurück, so zum Beispiel das Kloster St. Dié. Fulrad hatte Verbindungen bis nach Bayern, so zum Kloster der Benediktiner in Schäftlarn.

Fulrad starb am 16. Juli 784 in St. Denis. Seinen Besitz im Elsass, in Schwaben und Rom hinterließ er dem Kloster von St. Denis.