Fünfter Ökumenischer Frauenkongress tagte in Augsburg

„Auf dem Weg nach Eden – Zugänge zur Schöpfungsspiritualität“

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KÖLN, 14. November 2008 (ZENIT.org).- „Auf dem Weg nach Eden“ lautete das Thema des fünften Ökumenischen Frauenkongresses es Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB) und des Deutschen Evangelischen Frauenbundes (DEF), der in Augsburg tagte. Den Theologinnen ging es bei ihrer Tagung darum „Zugänge zur Schöpfungsspiritualität“ zu eröffnen.

Dass das Thema des Kongresses für die evangelische und katholische Kirche wichtig ist, zeigten auch die Grußworte von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und von Bischof Dr. Wolfgang Huber, dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Beide hoben hervor, dass es Aufgabe der Kirchen sei, die Menschen aufmerksam und sensibel für die Schöpfungsthematik zu machen. Ausdrücklich dankten sie den Frauen für ihren Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung.

Der Kongress basiert auf der langjährigen Zusammenarbeit der beiden Frauenverbände, aus der 1988 der erste Ökumenische Frauenkongress hervorging.

In ihrer Einführung hoben Dr. Elfriede Schießleder, Vizepräsidentin des KDFB, und Inge Gehlert, Vorsitzende des DEF, die Bedeutung des Kongresses als Zeichen gelungener Ökumene hervor. Die Thematik und die große Teilnehmerinnenzahl zeige, wie sehr die gemeinsame Sorge für die Schöpfung die beiden Frauenverbände verbinde.

Prof. Dr. Dorothea Sattler aus Münster, die das Einstiegsreferat hielt, wartete in ihrem katholischen Zugang zur Schöpfungstheologie mit den Zeilen des belgischen Dichters Bart Moeyaert auf: „Am Anfang war das Nichts. Das kannst du dir schwer vorstellen. Du musst alles, was es jetzt gibt, weglassen. Du musst das Licht ausmachen und selbst nicht da sein und dann sogar noch die Dunkelheit vergessen, denn am Anfang war Nichts, also auch keine Dunkelheit. Wenn du den Anfang von allem sehen willst, musst du sehr viel weglassen. Auch deine Mutter. Nur Gott und mich behältst du übrig“.

Die bleibende Frage nach einer „Creatio ex nihilo“, nach dem schöpferischen Übergang vom Nichts zum Etwas, zöge weiterhin Generationen in ihren Bann, so die Dozentin für Ökumenische Theologie. Allen drei Konfessionen sei die Aufgabe bewusst, gemeinsam entschieden für die Bewahrung der Schöpfung eintreten zu müssen.

Wie kaum eine andere Frage thematisiere die Bibel in der Schöpfungstheologie die Geschlechterdifferenz und die Geschlechtergemeinschaft von Mann und Frau. Darüber nachzudenken verbände in ökumenischer Spiritualität.

Prof. Dr. Margit Eckholt (Benediktbeuern), Vorsitzende der Theologischen Kommission des KDFB und hauptverantwortlich für die inhaltliche Ausrichtung des Kongresses, stellte in ihren Referaten fest, dass Schöpfungsspiritualität heiße, auch im Angesicht der Apokalypse auf dem Weg nach Eden zu bleiben.

„In Zeiten begrenzter Ressourcen können Christen und Christinnen daran erinnern, dass es einen Segen gibt, der auf der Schöpfung liegt und der in die Zukunft reicht“, so Eckholt. Sie verwies darauf, dass die Frauenverbände in der evangelischen und katholischen Kirche hier mit einem guten Beispiel vorangehen würden.

Nachhaltigkeit, Klimawandel und Klimaschutz, der Umgang mit Ressourcen oder die Sorge für die nachwachsende Generation seien für Frauen schon lange keine Fremdworte mehr. Der Frauenkongress stehe deshalb mitten in den zentralen Fragen und Herausforderungen heutiger Zeit und trage dazu bei, trotz Bedrohung und Zerstörung „Paradiesgärten“ zu entwerfen und zu gestalten.

Weitere Impulse zur Auseinandersetzung mit der Schöpfungsthematik gaben die Theologinnen, Prof. Dr. Christiane Tietz (Mainz) und Prof. Dr. Sabine Pemsel-Maier (Karlsruhe).

Alle Referate stehen in Kürze als Download unter http://www.frauenbund.de zur Verfügung.