"Für den Bedürftigen zum Nächsten werden"

Botschaft des Präsidiums des CCEE anlässlich des Europatages - 9. Mai 2013

Sankt Gallen, (CCEE) | 589 klicks

Wir veröffentlichen die Botschaft des CCEE (Rat der europäischen Bischofskonferenzen) anlässlich des Europatages, der gestern, am 9. Mai, gefeiert wurde.

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Allen Menschen, die heute im europäischen Kontinent leben und sich in Schwierigkeiten befinden aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Krise, die sich einsam fühlen, die ihre Arbeit verloren haben oder auf der Suche nach Arbeit sind und all jenen, die aufgrund der schwerwiegenden Sinn- und Glaubenskrise, Mühe haben in die Zukunft zu blicken und, im Besonderen den Jugendlichen, wollen wir sagen, dass die Kirche in Europa ihnen nahe ist und sie dazu einlädt nicht die Hoffnung zu verlieren. In diesem Jahr des Glaubens erinnern wir uns mit voller Überzeugung daran, was der selige Johannes Paul II. vor 10 Jahren im Apostolischen Schreiben Ecclesia in Europa formulierte: "Jesus Christus ist die Quelle der Hoffnung für Europa".

Gleichzeitig laden wir alle ein, es nicht zuzulassen, dass Angst und Egoismus die Nächstenliebe, die schon immer unser Kontinent kennzeichnete, betrüben. Wir sollen vielmehr die Bedeutung der Familie, den Wert der Hingabe und der Annahme wieder neu entdecken, und so für den Bedürftigen zum Nächsten werden.

Wir wollen die Gelegenheit nutzen, uns bei all jenen zu bedanken, die vom Glauben bewegt, auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene, karitative Initiativen und Hilfsprojekte fördern. Die Hilfe, die sie leisten ist eine prompte und konkrete Antwort auf die zahlreichen materiellen Nöte, sie ist aber auch ein Zeichen der Liebe Gottes, der in Jesus Christus zum Nächsten für jeden geworden ist. 

Wir laden zudem die Christen Europas ein, die ja Bürger wie alle anderen sind, diesen Tag des Gedenkens an Europa - dieser ‘Schicksalsgemeinschaft’, wie sie Robert Schuman am 9. Mai 1950 genannt hatte - zu nutzen, um über ihren Einsatz nachzudenken, zum Aufbau einer europäischen Gesellschaft, die offen ist gegenüber dem Absoluten und die auf Wahrheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit gründet: die vier Pfeiler des Friedens, wie sie Papst Johannes XXIII. vor fünfzig Jahren, in der Pacem in terris, bezeichnete.