Für die Bibel sterben: Gedenken an wahre Helden des Glaubens

Lettischer Bischof rührt Synodenmitglieder zu Tränen

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16. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Die Bischofssynode gedachte vor knapp einer Woche, am 10. Oktober, all jener Glaubenszeugen, die ihr Leben ließen, weil sie eine Bibel besaßen oder darin lasen.



Der Bischof von Jelgava, Lettland, Anton Justs, rührte mit seiner Rede über diese Märtyrer des 20. Jahrhunderts einige der Anwesenden zu Tränen. Seine Worte, die er in Anwesenheit Benedikts XVI. sprach, waren jenen gewidmet, die in der ehemaligen Sowjetunion den Tod fanden – „Priestern, Männern und Frauen, die sterben mussten, weil sie das Wort Gottes verkündeten“.

Bischof Justs sprach insbesondere über den ihm früher bekannten Priester Viktors, „der während des Sowjetregimes in Lettland verhaftet wurde, weil er eine Bibel besaß. In den Augen der Sowjets stellte die Heilige Schrift antirevolutionäres Gedankengut dar. Die Agenten warfen die Bibel zu Boden und forderten den Priester auf, darauf zu treten. Dieser weigerte sich jedoch, und anstatt zu gehorchen, kniete er nieder und küsste das Buch.“

Für diese Geste war der Priester zu zehn Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt worden. Als er nach dieser Zeit in seine Gemeinde zurückkehrte, feierte er die heilige Messe, und nachdem er das Evangelium gelesen hatte, hielt er das Buch hoch und sagte: ‚Das Wort Gottes!’ Die Menschen weinten und dankten Gott. Sie wagten es jedoch nicht, dem Priester zu applaudieren, denn dies wäre erneut als eine Provokation aufgefasst worden.“

Der Bischof von Jelgava erinnerte die Synodenväter daran, dass während der Sowjetära keine Art von religiösen Schriften gedruckt werden durften.

„Die Menschen in Lettland starben, wie es die Christen im ersten Jahrhundert getan hatten“,  so Bischof Justs. „Sie lernten die Worte der Heiligen Schrift auswendig. Noch heute ist in unserem Land die mündliche Überlieferung stark verbreitet. Wir stehen auf den Schultern unserer Märtyrer, um das Wort Gottes zu verkünden. Unsere Enkel erinnern sich an ihre Großväter und Großmütter, die für ihre Überzeugung starben, und so wollen auch sie ‚Helden’ des Glaubens sein.“