Für die Umkehr der Herzen - „... ermutigt die Ängstlichen“ (1 Thess 5,14)

Impuls zum dritten Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen

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ROM, 19. Januar 2008 (ZENIT.org).- Die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen, die in diesem Jahr unter dem Motto „Betet ohne Unterlass" steht, hat eine 100-jährige Geschichte. Als Beginn der Gebetswoche wurde damals bewusst mit dem 18. Januar ein katholischer Festtag zur Erinnerung an das Fest der Kathedra Petri gewählt. Seit der Liturgiereform fällt dieser nun auf den 22. Januar, wurde aber als traditioneller Auftakttermin beibehalten. Der letzte Tag der Oktav ist das Fest der Bekehrung des Apostel Paulus.

Ein würdiger Rahmen von Apostelfürsten, der die „Ökumene der Herzen“, wie Kardinal Walter Kasper die Bemühung bezeichnete, sich in Augenhöhe zu begegnen, vorantreiben kann.

Der Impuls zum dritten Gebetstag würdigt diesen Pilgerweg der Einheit. „Im Laufe des letzten Jahrhunderts fehlte es nicht an leidenschaftlichen ‚Propheten der Einheit’, die den Christen die Augen für den Unglauben, der hinter unseren Trennungen steht, geöffnet und die Dringlichkeit der Versöhnung angemahnt haben“.

 

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3. Tag (Sonntag, 20. Januar): Für die Umkehr der Herzen - „Weist die zurecht, die ein unordentliches Leben führen, ermutigt die Ängstlichen“ (1 Thess 5,14)

Texte aus der heiligen Schrift:
Jona 3,1-10 „.. jeder soll umkehren“.
Ps 51,8-15 „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen beständigen Geist“
1 Thess 5,13b-18 „… ermutigt die Ängstlichen“
Mk 11,15-17 „Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker sein“

Meditation
Am Beginn und immer wieder im Laufe der ökumenischen Bewegung stößt man auf den dringenden Ruf nach Reue und Umkehr. So wie Paulus in seinem ersten Brief an die Thessalonicher die Gemeinde ermahnt, so haben auch wir es nötig, dass wir uns gegenseitig an unsere Aufgaben und unsere christliche Berufung erinnern. Die, die Trennungen verursachen, sollten ermahnt werden. Die, die vor schwierigen Versöhnungsprozessen zurück schrecken, sollten ermutigt werden.

Warum sollten die Fakten verschwiegen und nicht beim Namen genannt werden? Wenn es Spaltungen unter Christen gibt, so liegt das oft auch an der fehlenden Bereitschaft, sich auf den ökumenischen Dialog einzulassen oder, noch einfacher gesagt, für die Einheit zu beten. Die Bibel erzählt uns, wie Gott Jona sandte, um die Bürger von Ninive zu warnen, und wie die ganze Stadt Buße tat. Auch die christlichen Kirchen müssen auf Gottes Wort hören und Buße tun. Im Laufe des letzten Jahrhunderts fehlte es nicht an leidenschaftlichen „Propheten der Einheit“, die den Christen die Augen für den Unglauben, der hinter unseren Trennungen steht, geöffnet und die Dringlichkeit der Versöhnung angemahnt haben.

Wie in der Erzählung von dem energischen Einschreiten Jesu im Tempel kann der Ruf nach christlicher Versöhnung dazu führen, das eigene Kirchenverständnis immer neu zu überprüfen. So wie damals im Tempel haben auch wir Erneuerung und Reinigung nötig. Es ist unerlässlich für uns zu wissen, wie wir unsere Herzen von allem befreien können, was uns daran hindert, ein wahres Haus des Gebetes zu sein, ausgerichtet auf die Einheit aller Völker.

Gebet
Herr, Du willst, dass wir von einer tiefen Wahrhaftigkeit erfüllt sind.
Im Inneren unserer Herzen lehrst du uns Weisheit.
Lehre uns, wie wir uns gegenseitig
auf dem Weg zur Einheit ermutigen.
Lass uns die Schritte der Umkehr erkennen,
die notwendig sind für die Versöhnung.
Gib jedem von uns ein neues, wirklich ökumenisches Herz.
Darum bitten wir Dich. Amen.