Für eine Politik im Sinne von „Populorum progressio“

Ansprache von Erzbischof Diarmuid Martin am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York

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NEW YORK, 18. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Am 17. Oktober sprach Diarmuid Martin, Erzbischof von Dublin und Primas von Irland, anlässlich des 40. Jahrestages der Veröffentlichung der Enzyklika Papst Pauls VI. Populorum progressio vor den Vereinten Nationen in New York.



Der Grund, der Paul VI. zur Verfassung dieser Enzyklika veranlasst hat, besteht nach Worten des Erzbischofs in der Herausforderung, „sich mit den Bedürfnissen der ärmsten Länder und ihrer Völker“ auseinanderzusetzen. „Populorum progressio“, die erste Sozialenzyklika nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, habe hinsichtlich der Frage, „wie die Beziehungen zwischen der Kirche und der Welt zu betrachten sind“, eine neue Ära eingeleitet.

„Der Begriff der echten Entwicklung ist einer der Schlüsselbegriffe von ‚Populorum progressio‘“, erklärte Erzbischof Martin; er betreffe das Wesen des Menschen und die Antwort, die angesichts der menschlichen Bedürfnisse gegeben werden müsse.

Der Erzbischof hob in seiner Ansprache, die heute vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde, hervor, dass – wäre Paul VI. heute unter uns – er mit Sicherheit allen danken würde, die sich im Bereich der UNO dem Dienst an der Menschheit widmeten. Zugleich würde er den langsamen Fortschritt der Reformen innerhalb der Vereinten Nationen kommentieren. „Wir brauchen eine Organisation der Vereinten Nationen, die funktioniert“, bekräftigte Erzbischof Martin. „Die aktuellen Möglichkeiten der Vernetzung unter den Völkern bieten neue Möglichkeiten der Kooperation, dies auch innerhalb der UNO.“

Die Enzyklika Pauls VI. hebe hinsichtlich der Verantwortung für die Entwicklung und die internationale Kooperation die Rolle der öffentlichen Autoritäten hervor, was an die aktuelle Debatte über die gute Art des Regierens und über die bedeutende Rolle der Politik denken lasse. „Die Politik ist eine wesentliche Dimension beim Aufbau der Gesellschaft. Wir brauchen in der Welt eine Renaissance der Politik und eine neue Generation von Politkern, die sich an Idealen inspirieren, die aber zugleich auch in der Lage sind, die Risiken, die mit der Weitergabe dieser Ideale in der öffentliche Sphäre des ‚Möglichen‘ verbunden sind, auf sich zu nehmen.“ Dies könne vor allem durch einen optimalen Gebrauch der eigenen Ressourcen und Talente erreicht werden.