Fürs Guinness-Buch der Rekorde: eine Kinderbibel in 172 Sprachen

Gesamtauflage von 50 Millionen Exemplaren

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KÖNIGSTEIN, 29. Juni 2012 (ZENIT.org). -Die Bibel ist das meistgedruckte und meistgelesene Buch auf Erden. Auch Kinder und Jugendlichen schätzen es. Eine Version ist besonders populär und erfolgreich: die Kinderbibel „Gott spricht zu seinen Kindern“ des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“. Erstmals vor 33 Jahren herausgegeben liegt das Büchlein jetzt in einer Gesamtauflage von 50 Millionen Exemplaren vor.

Das populäre Büchlein ist mittlerweile in 172 Sprachen erhältlich und wird in 140 Ländern gelesen. Die Kinderbibel beinhaltet wesentliche Passagen aus der Heiligen Schrift in einer für Kinder verständlichen Sprache. Die Texte stammen von der deutschen Theologin Eleonore Beck. Die im Buch enthaltenen farbigen Illustrationen hat die spanische Künstlerin Miren Sorne gemalt. Die Publikation geht auf eine Initiative des „Kirche in Not“-Gründers Pater Werenfried van Straaten zurück. 1979, die Vereinten Nationen hatten ein „Jahr des Kindes“ ausgerufen, ließ er die ersten Ansichtsexemplare beim Treffen der südamerikanischen Bischöfe mit dem damaligen Papst Johannes Paul II. im mexikanischen Puebla verteilen. Damit folgte Pater Werenfried einem Wunsch des Papstes: Bringt das Wort Gottes den Schwächsten nahe, den Kindern, die in vielen Ländern unter Armut und Not leiden – „so arm, dass sie sich kein Buch leisten können“, wie der 2003 verstorbene Gründer von „Kirche in Not“ es ausdrückte.

Seit Juni 2012 wird „Gott spricht zu seinen Kindern“ in einer lesefreundlicheren Schriftgröße gedruckt und umfasst 144 Seiten. „Für Millionen ist die Kinderbibel so kostbar, weil sie in der Muttersprache verfasst ist, in der die Leser beten gelernt haben“, betont Maria Zurowski, Referentin für Familienpastoral in der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“. Sie ergänzt: „Mit der Kinderbibel halten Tausende erstmals überhaupt ein Buch in den Händen. Manchmal ist die kleine Bibel sogar das einzige Buch, das eine Familie besitzt.“ Bei Kindern im Vorschulalter stünden vor allem die Zeichnungen hoch in Kurs, die die biblischen Geschichten illustrieren. Auch die aktuelle erweiterte Ausgabe enthalte daher die ausdrucksstarken, farbigen Illustrationen von Miren Sorne.

Die Kinderbibel wird bei Katechesen und im Religionsunterricht verwendet, aber auch von Schulen genutzt, damit Kinder lesen lernen. In Sprachen, in denen kaum Bücher publiziert werden, hat die Kinderbibel hohen kulturstiftenden Wert. In Ländern in denen der christliche Glaube wenig verbreitet oder bekannt ist, vermittelt die Publikation grundlegendes Wissen und hilft, Klischees abzubauen. „Dazu gehören beispielsweise die Ausgaben in Arabisch und anderen Idiomen, die in islamisch geprägten Staaten oder in Ländern mit einem starken muslimischen Bevölkerungsanteil gebräuchlich sind – etwa Sindhi und Urdu in Pakistan oder Hausa, Igbo, Tiv und Yruba in Nigeria“, so Zurowski.

In mehrheitlich von Muslimen bewohnten Ländern wurden inzwischen 2,6 Millionen Kinderbibeln verteilt. Im Sudan und in Pakistan halfen Muslime sogar bei der Verbreitung des Buches. In Regionen, in denen Christen bedrängt, diskriminiert oder gar verfolgt werden, hat die Kinderbibel hohen symbolischen Wert; es ist ein Glaubensbuch in der Muttersprache, das von der Solidarität unter Christen zeugt. Auch in Ländern, in denen Christen in der Minderheit sind, bringt die kleine Bibel den Menschen die christliche Botschaft nahe. Weil „Kirche in Not“ immer wieder darum gebeten wird, bringt das Hilfswerk „Gott spricht zu seinen Kindern“ in weiteren Sprachen heraus. Die Übersetzungskosten, der Druck wie der Versand der Kinderbibeln werden dabei ausschließlich durch Spenden finanziert.