G-8-Gipfel in Japan: Die Caritas bedauert den Mangel an frischem Wind

Die Nichterfüllung der Millenniums-Entwicklungsziele - ein Skandal

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ROM, 10. Juli 2008 (ZENIT.org).- Der Caritasvertreter auf dem G-8-Treffen in Japan beklagte, dass die Ergebnisse des Gipfels einem Stillstand gleichkämen; alte unerfüllte Versprechen seien nur wiederholt worden.



Joseph Donnelly, der Leiter der Caritas-Delegation bei den Vereinten Nationen in New York, zog gestern, am Schlusstag des Treffens, eine düstere Bilanz. „Die Ergebnisse des G-8-Gipfels 2008 offenbaren einen Stillstand in Sachen Klimawandel und eine rückläufige Bilanz hinsichtlich der Gewährung von Beihilfen für Afrika“, sagte er. „Die Welt hoffte auf frischen Wind in der Führung, erlebte aber stattdessen einen ‚Groundhog Day‘.“

Die Staats- und Regierungschefs versprachen, dafür zu sorgen, dass Zusagen des G-8-Gipfels 2005 über ein höheres Maß an Hilfe eingelöst würden, definierten aber keine konkreten Schritte zur Erfüllung der Zusagen. Drei Jahren nach dem Fünf-Jahresplan der G-8-Staaten zur Erhöhung der Beihilfen in Übersee an bis zu $ 50 Milliarden pro Jahr wurde bisher nur ein Fünftel des Geldes ausgezahlt.

„Aufgewärmte Zusagen über die Gewährung von Hilfen, die wir drei Jahre später immer noch nicht erfüllt sehen, bringen den Armen weder Nahrung noch Bildung noch sauberes Wasser noch Gesundheit“, klagte Donnelly. „Die Tragödie ist, dass wir zeigen können, welche massiven Verbesserungen in den Entwicklungsländern mit den kleinen Beihilfebeträgen, die bereits ausgeliefert wurden, erzielt werden konnten. Die G-8-Länder können es sich leisten, für ihre Hilfe zu bürgen. Daher ist es ein Skandal, wenn die Millenniums-Entwicklungsziele aus Mangel an Finanzierung nicht erreicht werden.“

Die Caritas kritisierte auch die mangelnden Ergebnisse in Sachen Klimawandel: „Die Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten müssten die Unbeweglichkeit hinsichtlich des Kohlendioxidausstoßes beenden. Stattdessen wiederholten sie 2008, was vor 16 Jahren auf dem Weltgipfel 1992 in Rio erklärt worden war“, so Donnelly. „Es ist ein Plan der Passivität, in denen gegenwärtig die Armen für die reichen Länder die Kosten tragen, die eigentlich dafür verantwortlich sind. Aber die ganze Welt wird schließlich die Rechnung eines zunehmend umweltfeindlichen Klimas bezahlen.“

Zu den G-8-Staaten gehören Großbritannien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Russland und die Vereinigten Staaten.