G.K.Chesterton: getarnte Evangelisierung

Basiliuspriester erzählt vom Weitblick des heiteren Journalisten

| 962 klicks

ROM, 12. Juli 2012 (ZENIT.org/RV). - Veronica Scarisbrick von Radio Vatikan hatte kürzlich ein Treffen mit Pater Ian Boyd von der Kongregation der Basiliuspriester, der Vorsitzender des „G.K.Chesterton Institute for Faith and Culture“ ist.

In diesem Interview wurde Pater Boyd insbesondere gebeten, über Chesterton als Journalisten zu sprechen, als den „heiteren Journalisten“, für den dieser fruchtbare Autor sich selbst hielt, sowie darüber, wie sein journalistisches Know-how heute, in unserer mediengesättigten Welt, zum Einsatz kommen könnte. Pater Boyd meint, Chesterton, der 1936 starb, habe sich in seinen Schriften als Prophet erwiesen, z.B. als er vorhersah, dass die nächste große Häresie ein Angriff auf die Moral, besonders auf die sexuelle Moral sein werde: „er sagte, er fürchte sich nicht so sehr vor den Russen und den Bolschewiken, weil der Wahnsinn der Zukunft vielmehr aus Manhattan als aus Moskau kommen werde“.

Pater Boyd weist auch auf Chestertons Überzeugung hin, eine Konsumgesellschaft habe ein viel größeres Potential, die Moral zu untergraben, als jedes totalitäre Staatssystem: „er glaubte, dass das wirkliche Böse immer von innen her kommt“.

Einmal fragte ihn seine Frau Frances: „Warum schreibst du nicht über Gott?“. Er antwortete: „Ich schreibe über nichts anderes“.

Das ist getarnte Evangelisierung. Er sprach in Symbolen und Zeichen, er liebte Rätsel und Allegorien und war überzeugt, dass die tiefsten Wahrheiten nur durch Gleichnisse erzählt werden können.

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]