G8-Gipfel: Caritas Internationalis drängt, gebrochene Versprechen zu erneuern

Ende der Devise „Ausbeutung der Armen, um die Reichen zu füttern“

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ROM, 8. Juli 2009 (ZENIT.org).- Wenn die Industrieländer ihre Autorität in Sachen Armutsbekämpfung zurückgewinnen wollten, müssen sie die Jahre der gebrochenen Versprechen ungeschehen machen. Das betont Caritas Internationalis mit Blick auf den heute beginnenden Gipfel der Staats- und Regierungschefs der acht großen Industrienationen USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Russland. Bis zum 10. Juli werden sie in der italienischen Stadt L'Aquila vor allem über die aktuelle Wirtschaftskrise und den Klimaschutz beraten.

Das Treffen finde „in einem für die internationale Entwicklung kritischen Jahr", heißt es von Seiten der Caritas. „Die Weltwirtschaftskrise bedroht die Fortschritte, die während der letzten zehn Jahre durch das Reduzieren von Armut gemacht werden konnten. Nicht weniger als 100 Millionen Menschen werden arm bleiben oder aufgrund der Krise arm werden."

Caritas Internationalis appelliert an die G8-Staaten, ihre Versprechen über bereits vereinbarte Ziele nochmals zu bestätigen und „einen Zeitplan zu erstellen, der aufzeigt, wie sie ihre Ziele erreichen werden".

Die hohen Militärausgaben und die finanziellen Zuwendungen für die Banken bewiesen, dass Geld vorhanden sei, wenn man nur willens sei, sich wirklich einzusetzen. „Die G-8 Länder haben ihre Unterstützungsversprechen zurückgezogen, insbesondere Italien und Frankreich. Als Vorwand berufen sie sich auf die Wirtschaftskrise. Die weltweiten militärischen Ausgaben sind jedoch im Jahr 2008 auf eine neue Höhe von 1,4 Billionen US-Dollar angestiegen, während 8,7 Billionen US-Dollar der Staatsfinanzen zur Unterstützung der Banken ausgegeben wurden."

Der Generalsekretär von Caritas Internationalis, Leslex Anne Knight, stellte vor dem Treffen der hochrangigen Politiker fest: „Wenn die G8-Staaten nach diesem Gipfeltreffen auch nur die geringste Glaubwürdigkeit bewahren wollen, müssen sie die gebrochenen Versprechen der Vergangenheit wiedergutmachen. Das bedeutet, sich einem soliden Zeitplan zu verpflichten, um die schon früher vereinbarten Hilfsziele zu erreichen. Hilfsbudgets zu kürzen und gleichzeitig Milliarden in ein korruptes Bankensystem zu schütten ist wie das Berauben der Armen, um die Reichen zu füttern."

Der G8-Staaten hätten nun die Chance, „in diesem Monat echte Führungsverantwortung im Kampf gegen die globale Armut zu zeigen".