Gabrielle Bossis (1874-1950)

Schriftstellerin und Mystikerin

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 543 klicks

Zu Ehren der französischen Schriftstellerin und Mystikerin Gabrielle Bossis veranstaltete heute die Universität „Regina Apostolorum“ in Rom an einen Studientag. Gabrielle Bossis, die am 26. Februar 1874 in Nantes geboren wurde, ist vor allem für ihr Tagebuch „Er und ich“ bekannt. Das Tagebuch enthält spirituelle Konversationen und zählt zu den bedeutendsten Texten der modernen Mystik.

Gabrielle Bossis wuchs mit drei Geschwistern auf; sie war das jüngste Kind. Ihre Familie, die aus französischem Adel stammte, ermöglichte Gabrielle eine umfassende Ausbildung. Mit sechs Jahren besuchte sie ein religiöses Kollegium in Nantes. Gabrielle konnte ihre vielseitigen musischen Begabungen entfalten und widmete sich der Malerei, der Musik, dem Gesang und auch dem Tanz. 1912 war bereits ein Großteil ihrer Familie verstorben, und Gabrielle begann Katechismus zu unterrichten. Sie kümmerte sich außerdem um karitative Aufgaben, die sie mit ihren finanziellen Mitteln tatkräftig unterstützte. Während des Ersten Weltkriegs war Gabrielle als Rotkreuzschwester im Einsatz.

Ab 1923 begann Gabrielle Bossis, Theaterstücke zu verfassen und mit großem Erfolg an verschiedenen Orten im In-und Ausland, sogar in Kanada, aufzuführen, darunter „Le Charme“ oder „Saynète“. Gabrielle lebte ab diesem Zeitpunkt in Fresne-sur-Loire, wo die Familie Besitzungen hatte. 1936 begann sie auf dem langen Flug nach Kanada, das Tagebuch zu schreiben, das später unter dem Titel „Er und ich“ veröffentlicht wurde. Die spirituellen Gespräche sind in der mystischen Literatur neben Schriftstellerinnen wie Theresa de Lisieux, Katharina von Siena oder auch Gertrud von Helfta zu verorten.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt ihre Heimatstadt Nantes schwere Bombardements, und Gabrielle floh nach Curzon. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Tagbuch „Er und ich“ im Jahr 1949 zum ersten Mal veröffentlicht. Im August desselben Jahres erkrankte Gabrielle an Krebs; die Krankheit verschlechterte sich und führte schließlich am 9. Juni 1950 zum Tode.