Gaubald von Regensburg

Erster Abtbischof des Klosters Sankt Emmeram in Regensburg

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 394 klicks

Gaubald wurde um 700 geboren. Im Jahr 739 wurde er zum Bischof von Regensburg geweiht. Außerdem war Gaubald der erste Abtbischof des Klosters Sankt Emmeram. Um 740 wurden auf seine Anweisung die sterblichen Überreste des heiligen Emmeram in die Krypta der Benediktinerbatei umgebettet. Gaubald starb am 23. Dezember 761. Seine letzte Ruhestätte befindet sich am Eingang der Ramwoldkrypta in Sankt Emmeram. Die Bischöfe von Sankt Emmeram wurden bis 1125 in Sankt Emmeram beigesetzt.

Das Kloster Sankt Emmeram war um 739 an der Grabstelle des heiligen Emmeram gegründet worden. Für rund 1000 Jahre stellte es den klösterlichen, geistigen und kulturellen Mittelpunkt der Stadt Regensburg dar. Große Bedeutung erlangte vor allem das Skriptorium, das teilweise das Personal der königlichen Hofkanzlei stellte. Das Kloster erlebte seine größte Blütezeit zwischen dem 8. und dem 12. Jahrhundert und zeichnete sich vor allem durch seine Leistungen in der Theologie, der Mathematik, Astronomie und Kunst aus. Heute in München in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrte Codices vermitteln einen Eindruck von der einstigen Bedeutung und Pracht der Klosterbibliothek: der „Codex Aureus“ aus dem Jahr 870 (München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 14000), das Sakramentarbuch Heinrichs II. (Bayerische Staatsbibliothek München clm 4456) oder auch der Uta-Evangelistar (Bayerische Staatsbibliothek München clm 13601). Im Zuge der Säkularisierung wurde Sankt Emmeram 1802 zunächst nicht aufgelöst. 1803 gelangten die Klostergebäude in Privatbesitz, seit 1808 befinden sie sich im Besitz der Familie Thurn und Taxis. 1810 wurden Abtei, Kunstschätze und Bibliothek aufgelöst. Die Bücher- und Handschriften-Bestände gelangten teilweise nach München. Seit 1812 ist die Familie Thurn und Taxis im Besitz des Klosterareals, das zu dem repräsentativen Stammsitz der Familie umgewandelt wurde.