"Geben ist seliger als nehmen"

Dankesworte von Papst Franziskus an die Volontäre des Weltjugendtages

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 606 klicks

Vor seiner Abreise nach Rom richtete Papst Franziskus Dankesworte an die Volontäre, die mit ihrer Arbeit und ihrem unermüdlichen Einsatz erheblich zum Gelingen des Weltjugendtages beigetragen haben.

Ihr Dienst sei mit der Mission des heiligen Johannes des Täufers vergleichbar, der Jesus den Weg bereitet habe, so der Papst. „Jeder ist auf seine Weise ein Werkzeug gewesen, damit Tausende von Jugendlichen den Weg ‚vorbereitet‘ fänden, um Jesus zu begegnen. Und das ist der schönste Dienst, den wir als Jünger und Missionare vollbringen können.“ Denn „Geben ist seliger als nehmen (Apg 20,35)“.  

Papst Franziskus ging anschließend in seiner Ansprache auf das Problem vieler junger Menschen ein, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und ihre wahre Berufung zu erkennen, die sie „einer glücklichen Selbstverwirklichung entgegengehen“ lasse. Da Gott für jeden von uns einen Plan bereithalte, müsse man sich in Gottvertrauen üben.

Für einige sei ein Leben in Ehe und Familie bestimmt. Papst Franziskus erläuterte deshalb seinen jungen Zuhörern das Besondere und Schöne dieses Lebensmodells: „Es wird gesagt, die Ehe sei heute ‚aus der Mode‘ gekommen; in der Kultur des Provisorischen, des Relativen, predigen viele, das Wichtige sei, den Augenblick zu ‚genießen‘; sich für das ganze Leben zu verpflichten, endgültige Entscheidungen ‚für immer‘ zu treffen, sei hingegen nicht der Mühe wert, denn man wisse ja nicht, was das Morgen bereithalte.

Papst Franziskus forderte seine jungen Zuhörer auf: „Ich hingegen bitte euch, Revolutionäre zu sein, gegen den Strom zu schwimmen; ja in diesem Punkt bitte ich euch, gegen diese Kultur des Provisorischen zu rebellieren, die im Grunde meint, dass ihr nicht imstande seid, Verantwortung zu übernehmen, dass ihr nicht fähig seid, wirklich zu lieben“

Andere hingegen seien zum Priestertum oder auch zum Ordensleben berufen. Papst Franziskus nutzte die Gelegenheit, um von seiner eigenen Berufung zu erzählen: „Ich werde nie jenen 21. September vergessen — ich war 17 Jahre alt —, als ich bei einem Aufenthalt in der Kirche San José de Flores beim Beichten zum ersten Mal spürte, dass Gott mich rief. Fürchtet euch nicht vor dem, was Gott von euch verlangt! Es lohnt sich, Gott mit Ja zu antworten. In ihm ist die Freude!“

Wer unentschlossen sei und nicht wisse, wie er sein Leben gestalten wolle, solle sich voller Vertrauen, wie der junge Samuel (1 Sam 3,1-10), an den Herrn wenden. „Fragt den Herrn danach, er wird euch den Weg begreifen lassen. … Fragt auch ihr den Herrn: Was willst du, das ich tun soll, welchen Weg soll ich einschlagen?“