Gebet des Papstes an der Mariensäule nahe der Spanischen Treppe in Rom

Festtag der Immacolata

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 434 klicks

Am Sonntag, anlässlich des Hochfestes der „Immacolata“, der Ohne Erbsünde Empfangenen Jungfrau und Gottesmutter, hat Papst Franziskus zum ersten Mal an der Mariensäule nahe der Spanischen Treppe in Rom gemeinsam mit seiner gesamtrömischen Gemeinde gebetet. Nach einer Begrüßung der um die Spanische Treppe ansässigen Geschäftsinhaber und die Vertreter der Stadt Rom richtete sich Papst Franziskus besonders an die Kranken und die Menschen mit einer Behinderung, die zum gemeinsamen Gebet an die Mariensäule gekommen waren.

Da das Hochfest der Gottesmutter in diesem Jahr auf den zweiten Adventssonntag fiel, wurde von der für die Liturgie zuständigen Institution des Vatikans für Italien eine eigene Regel erlassen, die besagt, dass die Unbefleckte Empfängnis gefeiert wird, die zweite Lesung jedoch die des zweiten Adventssonntags sein und Einfluss auf die Predigt und die Gebete nehmen soll.

In seinem Gebet bat Papst Franziskus um die Fürsprache der Muttergottes, allen zu helfen, aufmerksam auf die Stimme Gottes zu hören. Er bat darum, dass der Schrei der Armen niemals gleichgültig lasse, dass niemand vom Leiden der Kranken und Notleidenden abgelenkt werde und die Einsamkeit der Alten sowie die Schwäche der Kinder tief bewege, damit jedes menschliche Leben immer geliebt und verehrt werde. Im Anschluss an das Gebet begab sich Papst Franziskus von der Piazza di Spagna zur Basilika Santa Maria Maggiore, wo er vor dem Bild der „Maria Salus Populi Romani“, dem Schutzbild der „Maria Beschützerin des römischen Volkes“, betete.

Radio Vatikan publizierte im Anschluss an die Feierlichkeiten einige Eindrücke der Anwesenden Gläubigen, die die emotionale Stimmung der Menschen auf der „Piazza di Spagna“ einfingen. Allgemeiner Tenor war die große menschliche Wärme und väterliche Liebe, die der Papst ausstrahle und mit der er die Menschen für sich und den Glauben gewinne. Papst Franziskus sei nicht nur ein Papst, sondern vielmehr eine väterliche Figur, die Kraft und Wärme gebe.

Das Gebet, das Papst Franziskus bei seinem ersten Hochfest der „Immacolata“ in Rom vortrug, lautete wie folgt:

Heilige und ohne Erbsünde Empfangene Jungfrau,
an dich, die du die Ehre unseres Volkes bist,
und fürsorgliche Schützerin unserer Stadt,
wenden wir uns in Vertrauen und Liebe.

Du bist die Wunderbar Prächtige, Maria!
In dir ist keine Sünde.

Erneuere in uns die Sehnsucht nach Heiligkeit:
In unseren Worten erstrahle der Glanz der Wahrheit,
in unseren Werken erklinge das Lied der Nächstenliebe,
in unserem Leib und unserem Herzen wohne Reinheit und Keuschheit,
in unserem Leben zeige sich die ganze Schönheit der Frohen Botschaft.

Du bist die Wunderbar Prächtige, Maria!
Das Wort Gottes: in dir hat es Fleisch angenommen.

Hilf uns, immer aufmerksam auf die Stimme des Herrn zu hören:
Der Schrei der Armen lasse uns niemals gleichgültig,
das Leid der Kranken und der Notleidenden finde uns niemals abgelenkt,
die Einsamkeit der Alten und die Schwäche der Kinder bewege uns,
jegliches menschliches Leben werde immer von uns geliebt und verehrt.

Du bist die Wunderbar Prächtige, Maria!
In dir ist die volle Freude eines seligen Lebens mit Gott.

Gib, dass wir den Sinn unsere irdischen Weges nicht verfehlen:
Das heitere Licht des Glaubens erhelle unsere Tage,
die tröstende Kraft der Hoffnung gebe unseren Schritten Richtung,
die ansteckende Wärme der Liebe belebe unser Herz,
und unser aller Augen mögen immer fest auf Gott gerichtet sein, wo die wahre Freude ist.

Du bist die Wunderbar Prächtige, Maria!
Höre unser Gebet, erhöre unser Flehen:
In uns sei die Schönheit der barmherzigen Liebe Gottes in Jesus,
Möge diese göttliche Schönheit uns erlösen, unsere Stadt und die ganze Welt.

Amen.