Gebet und Familie im Herzen der Kirche

Familienbesinnungstage in der Ukraine für junge Familien

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von John Newton

ROM, 23. Juni 2011 (ZENIT.org/Kirche in Not). - In Familien, die gemeinsam ihre Mahlzeiten einnehmen, gemeinsam beten und regelmäßig an Besinnungstagen teilnehmen, sieht der ukrainische Bischof Shyrokoradiuk das Rezept für eine von starkem Glauben erfüllte Kirche.

Im Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ beschrieb Bischof Stanislav Shyrokoradiuk, Weihbischof der Diözese von Kyiv-Zhytomyr, wie die Arbeit mit jungen Familien Gewinn bringe.

„Wir stellen fest, dass unsere Kirche sehr jung ist. Wenn man in die Kirche geht, ist sie voller junger Leute und junger Familien. Das ist ein Zeichen unserer Kirche“, so der Bischof.

Weiterhin schilderte der Bischof, wie Familien sich für ein fortlaufendes Weiterbildungsprogramm anmelden.

Bischof Shyrokoradiuk: „Einmal im Monat treffen sich sechs Familien mit ihrem Priester, um zu beten und sich auszutauschen, wie eine Hausgruppe für diese Familien, und jede Familie hat ihr eigenes Programm von Aktivitäten.“

Er erklärte, dass von den Familien auch erwartet werde, sich an bestimmten gemeinsamen Aktivitäten zwischen den Treffen mit dem Priester zu beteiligen.

„Eine Bedingung, mit der jede Familie einverstanden sein muss, ist das gemeinsame Abendessen mit ihren Kindern, weil es die Möglichkeit bietet, sich gegenseitig in die Augen zu schauen und ein ordentliches Gespräch zu führen. Während der Mahlzeit findet man Zeit füreinander.“

Zu den Aktivitäten des Programms jeder Familie gehöre die Verpflichtung, jeden Tag mindestens fünf Minuten aus dem Evangelium zu lesen und einmal in der Woche ein Familiengespräch zu führen, bei dem Eltern und Kinder solche Themen ansprechen könnten, über die sie miteinander reden wollten.

Die jährlichen Exerzitien seien entscheidend für die ständige Weiterbildung der Familien. „Wir sehen, wieviel Hoffnung durch sie entsteht, und haben erfahren, dass sie großartige Ergebnisse bieten“, erklärte Bischof Shyrokoradiuk.

Er fügte hinzu: „Jedes Jahr reservieren wir mindestens zwei Wochen für diese Familienbesinnungstage, an denen die Familien mit ihren Kindern teilnehmen.

Es gibt ein Programm für die Eltern, und Schwestern aus verschiedenen Gemeinschaften kommen, um das Programm für die Kinder zu gestalten. Aber die Kinder sind immer mit ihren Eltern zusammen.”

Laut dem Bischof würden diese Exerzitien den Ehegatten ermöglichen, Zeit für das Zusammensein zu finden, was in der Hektik des modernen Lebens manchmal zu kurz komme.

„Familien sind sehr beschäftigt und haben wenig Zeit füreinander, aber auf den Besinnungstagen können sie diese Zeit finden.“

Der Bischof betonte die Bedeutung der Förderung des Familienlebens und zitierte die Worte, die ein Mann nach Besinnungstagen in einem Dankbrief an den Bischof schrieb: „Es ist das erste Mal, dass ich so viel Zeit mit meiner Frau, meinen Kindern und meiner Familie verbrachte.“

Er erklärte, dass durch diese Programme auch die Berufungen in der Ukraine gefördert würden, da die Familie die erste Quelle für Berufungen sei.

„Dies ist eine ausgezeichnete Bildungsmethode, und aus diesen Familien gehen dann Berufungen hervor“, so der Bischof.

„Wir müssen weiterhin an der Bildung arbeiten; wo diese Arbeit nicht getan wird, wird es auch keine Berufungen geben.“

Gegenüber „Kirche in Not“ wies der Bischof auf den Anstieg der Berufungen in seiner Diözese hin und darauf, dass es dort mehr als 50 Frauenorden gebe und alle hätten neue Berufungen.

„Diese Gemeinschaften sind für uns von großer Bedeutung, da ihre Gebete uns helfen. In der heutigen Welt bedürfen wir vor allem ihrer geistlichen Hilfe.“

Er ergänzte: „Das geistliche Leben ist wichtig. Natürlich haben sie immer materielle Bedürfnisse, aber, Gott sei Dank, hilft ihnen „Kirche in Not“.

„Kirche in Not“ unterstützt die Lebensunterhaltskosten von 20 Benediktinerinnen und 12 Karmelitinnen in der Diözese sowie eine Reihe wichtiger Bau- und Erneuerungsprojekte von Kirchen und Klöstern.

Der Bischof zollte den Unterstützern des Hilfswerkes seine Anerkennung und versicherte, dass sie immer für sie beten würden: „Vielen Dank an alle Spender für ihre Hilfe, ohne die das alles unmöglich wäre. Möge Gott es ihnen vergelten.“

[Übersetzung aus dem Englischen von Iria Staat]