Gebetsintention von Papst Benedikt XVI. für den September:

Die Christen Asiens mögen das Evangelium mit Freude verkündigen

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ROM, 1. September 2011 (ZENIT.org/RV). - „Dass die auf dem asiatischen Kontinent zerstreuten christlichen Gemeinden das Evangelium mit Eifer verkündigen, indem sie freudig die Schönheit des Glaubens bezeugen“. Das ist die missionarische Gebetsintention von Benedikt XVI. für den Monat September. Der Papst konzentriert sich also auf die Bedeutung der Evangelisierung auf dem asiatischen Kontinent. Alessandro Gisotti hat Pater Alberto Caccaro, Missionar von Pime und seit zehn Jahren in Kambodscha, um einen Kommentar zu dieser Intention gebeten:

P. Caccaro: In Asien bildet das Christentum eine Minderheit, und die christlichen Gemeinden sind oft sehr zerstreut; sie sind klein und zahlenmäßig unbedeutend im Vergleich zur großen Mehrheit im Fall von Kambodscha der Buddhisten. Aber ich habe die Anzahl nie als ein Problem angesehen. Meine Erfahrung in Kambodscha – und ich denke, dass sie in den anderen asiatischen Gebieten ähnlich ist – sagt mir zutiefst, dass der Glaube keine Zahlen, sondern gläubige Personen braucht. Die Gemeinden sind zerstreut, und sie sind Minderheiten, aber das bedeutet nicht, dass es schwache Gemeinden sind, im Gegenteil: Der Glaube braucht keine Zahlen, der Glaube braucht gläubige Herzen und daher Menschen, die beständig den Herrn suchen.

Frage:  Der Papst lädt die Gläubigen ein, die Schönheit des Evangeliums mit Freude zu bezeugen: Kann man sagen, dass diese Freude eine Freude, die aus dem Herzen kommt ein Kennzeichen der Christen Asiens ist?

P. Caccaro:  Die Gemeinden, die ich in Asien kennengelernt habe, sind immer lebendige Gemeinden gewesen, in denen die Freude niemals fehlte; sie war vielmehr immer die Frucht und das Ergebnis eines langen Weges in der Zeit. Wir dürfen uns die Freude nicht als etwas vorstellen, das automatisch passiert: Sie ist die reife Frucht des Glaubens. Noch vor aller Freude muss daher, meiner Meinung nach, die Fähigkeit kommen, die Wirklichkeit bis in die Tiefe wahrzunehmen. Der Glaube bringt nur dann am Ende die Freude, wenn er sich zunächst der gesamten Wirklichkeit stellt. Ich habe immer Gemeinden gesehen, die nach und nach vom Glauben erleuchtet die Freude entdeckten, Gläubige zu sein, gerade weil sie viel mehr sich selbst und die sie umgebende Wirklichkeit verstanden. Es gelangt ihnen, auch die Schwere der Probleme um sie herum zu spüren und auf mögliche Lösungen zu hoffen, ohne Lösungen zu verschieben und ohne sie zu delegieren, sogar ohne leichte Lösungen für schwierige Probleme zu erträumen.

Frage:  Sie sind seit zehn Jahren in Kambodscha: Was bedeutet, nach Ihrer Erfahrung, konkret die Evangelisierung im Alltag?

P. Caccaro:  Ich habe als meine Erfahrung in Kambodscha gemerkt, dass Evangelisierung hier bedeutet, den Menschen zu feiern: jeden Menschen in die Lage zu versetzen, sich zu entdecken, sich zu lieben und somit lieben zu können. Ich habe mich in der Schule und im Gesundheitswesen eingesetzt. Das waren die beiden ersten Bereiche, in denen ich mich engagiert habe, und es sind nicht zufällig die Bereiche, in denen die Kirche in Kambodscha sehr engagiert ist: die Sorge für die Kranken und die Sorge für die Erziehung; denn beide bieten die Möglichkeit, den Menschen zu feiern, das Menschsein in all seinen Formen.