Geburtstag im Zeichen der Ökuemene: Benedikt XVI. empfängt Vertreter des Patriarchen von Konstantinopel

Metropolit Ioannis Zizioulas von Pergamon hält Frage des Primats für lösbar

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ROM, 17. APRIL 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. empfing am Montagvormittag zu seinem 80. Geburtstag den orthodoxen Metropoliten Ioannis Zizioulas von Pergamon, einen Abgesandten des Patriarchen von Konstantinopel.



Der ostkirchliche Würdenträger überbrachte dem Heiligen Vater einen Brief von Bartholomaios I. In dem Schreiben wird unter anderem die Bitte an den Papst herangetragen, die Tagung im italienischen Ravenna zu unterstützen, die vom 7. bis zum 15. Oktober dieses Jahres stattfinden und den Beginn der Sitzungen des katholisch-orthodoxen Komitees für den theologischen Dialog einleiten wird, berichtete der Metropolit.

Dieser Versammlung werden Vertreter aller orthodoxen Kirchen beiwohnen, die alle „den gleichen Glauben und die gleiche Tradition“ teilten. Gegenüber der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ betonte Metropolit Zizioulas, dass eine der Kernfragen darin bestehe, die Bedeutung der „Vorrangstellung des Bischofs von Rom, das heißt der Rolle des Papsts“, zu erörtern.

Im Gegensatz zu anderen, die für dieses Problem keine Lösungsmöglichkeit sähen, äußerte der Vertreter des Patriarchen von Konstantinopel die Überzeugung, „dass eine Lösung gefunden werden kann“.

Zu diesem Punkt präzisierte er: „Wir müssen genau definieren, welche Rolle dem Bischof von Rom in der Struktur der Weltkirche zukommt. Die Orthodoxen sind dazu bereit, das Konzept des universalen Primats anzunehmen, denn nach den kanonischen Texten der Urkirche ist der Bischof von Rom der ‚Primus‘.“ Aus orthodoxer Sicht würde dieses Amt „stets in Gemeinschaft mit der Synode“ der verschiedenen Kirchen realisiert.

Der Heilige Vater empfing zum Geburtstag auch ein Glückwunschschreiben des orthodoxen Patriarchen von Moskau und ganz Russland, Alexeij II. Der Patriarch wünschte Benedikt XVI. gute Gesundheit, ein langes Leben und den Beistand Gottes für seinen geistlichen Dienst.